Kanaren im Winter — Welche Insel bei welchem Wetter?
Kanaren im Winter — Welche Insel passt zu welchem Wetter?
Die Kanarischen Inseln sind für mich die perfekte Winter-Flucht. Während in Deutschland Schmuddelwetter herrscht, genießt du auf den Kanaren 20-25 Grad und Sonnenschein — und das bei nur viereinhalb Stunden Flugzeit. Aber welche Insel ist die richtige für dich? Als jemand, der jeden Winter mindestens zwei Wochen auf den Kanaren verbringt, kann ich dir sagen: Jede Insel hat ihren eigenen Charakter, ihr eigenes Mikroklima und ihre eigene Zielgruppe.
In diesem Guide vergleiche ich alle sieben Kanarischen Inseln nach Wetter, Aktivitäten und Atmosphäre — damit du die perfekte Insel für deinen Winterurlaub findest.
Warum die Kanaren das perfekte Winterziel sind
Die Kanaren liegen auf der Höhe von Marokko und der Sahara, gehören aber zu Spanien und damit zur EU. Das bedeutet: kein Visum, keine Währungsumrechnung, keine extremen Kulturunterschiede — aber trotzdem angenehm warme Temperaturen im Winter. Im Januar habe ich auf Gran Canaria regelmäßig 22-24 Grad erlebt, während es in Hamburg unter null war.
Dazu kommt: Die Flugpreise im Winter sind oft günstiger als im Sommer. Ein Hin-und-Rückflug von Deutschland aus ist ab 80-150 € zu haben, wenn man rechtzeitig bucht. Die Kanaren sind also nicht nur warm, sondern auch bezahlbar.
Die sieben Kanarischen Inseln im Wintervergleich
1. Gran Canaria — Der Allrounder
Gran Canaria ist meine persönliche Nummer eins für den Winter. Die Insel hat alles: wunderschöne Strände im Süden, dramatische Berglandschaften im Landesinneren, lebendige Städte und ein Klima, das im Süden der Insel fast immer sonnig ist. Die Dünen von Maspalomas sind ein absolutes Highlight — und perfekt für Drohnenaufnahmen mit meiner DJI Mini 5 Pro.
Winterwetter: 20-24°C, Süden fast immer sonnig, Norden kann bewölkt sein. Das liegt am sogenannten „Calima“ — die Berge in der Inselmitte fangen die Wolken ab und sorgen dafür, dass der Süden deutlich trockener ist als der Norden.
Beste Orte im Winter:
- Maspalomas/Playa del Inglés: Warmer, trockener Süden, kilometerlange Dünenlandschaft
- Puerto de Mogán: „Klein-Venedig“ — malerischer Hafen, windgeschützt
- Las Palmas: Hauptstadt mit Surfstrand Las Canteras und urbanem Flair
- Roque Nublo: Perfekter Wanderspot im Bergland
Für wen geeignet: Paare, Familien, Aktivurlauber, Digital Nomads. Gran Canaria hat für jeden etwas.
2. Teneriffa — Die Vielfältige
Teneriffa ist die größte Kanareninsel und bietet von tropischen Wäldern im Norden bis zur Mondlandschaft des Teide im Zentrum eine unglaubliche Vielfalt. Der Teide ist mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens — und im Winter liegt dort oben sogar Schnee. Strandurlaub unten, Schneewanderung oben — an einem Tag. Das schafft nur Teneriffa.
Winterwetter: 19-23°C an der Küste, Süden (Adeje, Los Cristianos) sonniger als der Norden. Oben am Teide kann es unter null Grad werden.
Beste Orte im Winter:
- Costa Adeje: Luxury-Resort-Bereich, konstant sonnig
- Los Gigantes: Spektakuläre Klippen, perfekt für Bootstouren
- Teide-Nationalpark: Sternenhimmel, Vulkanlandschaft, Wanderwege
- Anaga-Gebirge: Lorbeerwälder, grün und mystisch
Für wen geeignet: Naturliebhaber, Wanderer, Paare, Familien mit älteren Kindern.
3. Lanzarote — Die Außerirdische
Lanzarote ist die ungewöhnlichste der Kanaren. Die vulkanische Landschaft sieht aus wie ein anderer Planet — perfekt für Fotografie und Drohnenaufnahmen. César Manrique hat die Insel mit seiner Architektur geprägt, und überall begegnet man seinem Erbe. Ich habe hier einige meiner besten Drohnenbilder überhaupt geschossen.
Winterwetter: 19-22°C, windiger als die anderen Inseln. Lanzarote ist flach, es gibt keine Berge, die den Wind abfangen. Sonnenschein ist trotzdem fast garantiert, aber ein Windbreaker gehört ins Gepäck.
Beste Orte im Winter:
- Timanfaya-Nationalpark: Feuerberge, Vulkanlandschaft, Kameltouren
- Jameos del Agua: Manrique-Höhle mit unterirdischem See
- Playa Papagayo: Türkisblaues Wasser, windgeschützte Buchten
- La Graciosa: Kleine Nachbarinsel, autofrei und ruhig
Für wen geeignet: Fotografen, Ruhesuchende, Kulturinteressierte, Paare.
4. Fuerteventura — Die Strand-Insel
Fuerteventura hat die besten Strände der Kanaren — Punkt. Kilometerlanfe weiße Sandstrände, kristallklares Wasser und konstanter Wind machen die Insel zum Paradies für Surfer und Kiter. Im Winter ist das Wasser mit 19-20°C noch angenehm genug zum Schwimmen, und die Wellen sind perfekt.
Winterwetter: 19-22°C, sehr windig (besonders an der Nordküste), extrem sonnig. Fuerteventura ist neben Lanzarote die trockenste Kanareninsel.
Beste Orte im Winter:
- Corralejo: Surferdorf mit Dünenlandschaft, lebhaft
- Sotavento: Kitesurfing-Paradies, flaches Wasser
- Betancuria: Historisches Bergdorf, ruhig und authentisch
- Cofete: Wilder, einsamer Strand an der Westküste
Für wen geeignet: Surfer, Kiter, Strandliebhaber, Sportliche.
5. La Palma — Die Grüne
La Palma ist die grünste der Kanaren und ein Paradies für Wanderer. Der Nationalpark Caldera de Taburiente bietet spektakuläre Wanderwege durch Schluchten und Kiefernwälder. Seit 2021 gibt es zudem den neuen Vulkan Tajogaite — dessen Lavafelder eine surreale Landschaft geschaffen haben.
Winterwetter: 18-22°C, grünerer Norden kann regnerisch sein, Westen und Süden sonniger. La Palma hat das feuchteste Klima der Kanaren.
Für wen geeignet: Wanderer, Naturliebhaber, Sternenbeobachter (Dark Sky Reserve!).
6. La Gomera — Die Mystische
La Gomera ist klein, steil und wild. Der Garajonay-Nationalpark mit seinen Nebelwäldern ist UNESCO-Welterbe und fühlt sich an wie eine Reise in eine andere Zeit. Die Insel ist perfekt für alle, die absolute Ruhe suchen.
Winterwetter: 18-21°C, Berge oft in Wolken gehüllt, Küste meist sonnig. Weniger konstant sonnig als Gran Canaria oder Teneriffa.
Für wen geeignet: Wanderer, Individualtouristen, Ruhesuchende.
7. El Hierro — Die Unberührte
El Hierro ist die kleinste und abgelegenste Kanareninsel. Hier gibt es keine Massentourismus-Infrastruktur, dafür spektakuläre Tauchspots und eine raue, ehrliche Atmosphäre. Im Winter ist es hier am ruhigsten.
Winterwetter: 17-21°C, wechselhafter als die östlichen Inseln.
Für wen geeignet: Taucher, Abenteuerer, Reisende die „echte“ Erlebnisse suchen.
Klimavergleich — Alle Inseln auf einen Blick
| Insel | Winter-Temp. | Sonnenstunden/Tag | Wind | Regen |
|---|---|---|---|---|
| Gran Canaria (Süd) | 22-24°C | 6-7h | Moderat | Sehr selten |
| Teneriffa (Süd) | 21-23°C | 6-7h | Gering | Selten |
| Lanzarote | 19-22°C | 6-7h | Stark | Sehr selten |
| Fuerteventura | 19-22°C | 7h | Stark | Sehr selten |
| La Palma | 18-22°C | 5-6h | Moderat | Gelegentlich |
| La Gomera | 18-21°C | 5h | Gering | Gelegentlich |
| El Hierro | 17-21°C | 5h | Moderat | Gelegentlich |
Meine persönliche Kanaren-Reiseroute im Winter
Im Januar 2024 war ich drei Wochen auf den Kanaren — und habe eine Route gefunden, die ich jedem empfehlen kann: Start auf Gran Canaria (die sonnigste Insel im Winter), dann ein Abstecher nach Madeira (technisch nicht Kanaren, aber nur 1,5 Flugstunden entfernt und absolut empfehlenswert), dann weiter nach Lanzarote für die vulkanischen Landschaften, und zum Abschluss nochmal Gran Canaria.
Der Vorteil dieser Route: Du brauchst nur einen Mietwagen pro Insel (ab 15-25 €/Tag im Winter), die Inter-Insel-Flüge mit Binter Canarias kosten 30-60 € und dauern nur 30-50 Minuten.
Praktische Tipps für Kanaren im Winter
Flüge buchen
Die günstigsten Flüge findest du 6-8 Wochen vor Reisedatum. Direktflüge gehen von fast allen größeren deutschen Flughäfen. Mein Tipp: Dienstag und Mittwoch fliegen — da sind die Preise oft 30-40% günstiger als am Wochenende.
Unterkünfte
Im Winter sind die Preise niedriger als im Sommer — außer über Weihnachten und Silvester. Für einen Monat auf Gran Canaria zahle ich für ein Apartment mit Meerblick etwa 800-1.200 €. Auf Airbnb gibt es gute Deals, besonders bei Aufenthalten über 28 Tage.
Mietwagen
Ein Mietwagen ist auf den Kanaren fast Pflicht — die öffentlichen Busse fahren, aber du verpasst die besten Spots. Im Winter bekommst du einen Kleinwagen ab 12-15 €/Tag. Wichtig: Vollkasko ohne Selbstbeteiligung buchen, die Straßen in den Bergen können abenteuerlich sein.
Packliste für den Kanaren-Winter
- Leichte Jacke für die Abende (es wird nach Sonnenuntergang kühl, 16-18°C)
- Windbreaker (besonders für Lanzarote und Fuerteventura)
- Sonnencreme SPF 50 (die UV-Strahlung ist auch im Winter stark)
- Wanderschuhe für die Bergregionen
- Badebekleidung — ja, auch im Januar kannst du schwimmen gehen
FAQ — Häufige Fragen zu Kanaren im Winter
Kann man im Winter auf den Kanaren schwimmen?
Ja, definitiv. Die Wassertemperatur liegt im Winter bei 19-20°C — das ist frisch, aber absolut machbar. An den Stränden im Süden von Gran Canaria oder Teneriffa ist das Wasser am wärmsten. Viele Hotelanlagen haben zusätzlich beheizte Pools.
Welche Insel ist am wärmsten im Winter?
Der Süden von Gran Canaria und der Süden von Teneriffa teilen sich den ersten Platz mit Durchschnittstemperaturen von 22-24°C. Lanzarote und Fuerteventura sind minimal kühler, aber dafür noch sonniger.
Gibt es auf den Kanaren im Winter Sandstürme?
Ja, das Phänomen heißt „Calima“ — ein heißer Sahara-Wind, der Sand und Staub aus Afrika bringt. Das passiert 2-3 Mal pro Winter und dauert 2-5 Tage. Die Temperaturen können dann auf 30°C+ steigen, die Sicht wird trüb. Für Drohnenflüge ist Calima eine Katastrophe, für Strandtage aber überraschend angenehm.
Lohnt sich Inselhopping im Winter?
Absolut! Die Inter-Insel-Flüge mit Binter Canarias sind günstig und schnell. Mein Tipp: Zwei bis drei Inseln in zwei Wochen, mit 4-5 Tagen pro Insel. So bekommst du die Vielfalt der Kanaren mit, ohne zu hetzen.
Sind die Kanaren im Winter überfüllt?
Im Dezember und über Silvester ja — besonders die touristischen Zentren auf Gran Canaria und Teneriffa. Im Januar und Februar wird es deutlich ruhiger. Meine Lieblingszeit: Mitte Januar bis Ende Februar. Gutes Wetter, günstige Preise, wenig Touristen.
Mein Fazit — Kanaren im Winter sind ein No-Brainer
Für mich sind die Kanaren die beste Option für einen Winterurlaub innerhalb Europas. Kurze Flugzeit, angenehme Temperaturen, keine Zeitverschiebung (nur eine Stunde), günstige Preise und eine Vielfalt, die es so auf keinem anderen Archipel in dieser Entfernung gibt. Ob du auf der Suche nach Strandurlaub, Wanderabenteuern, Surf-Action oder einfach nur Sonne bist — auf den Kanaren findest du deine Insel.
Über den Autor: Max Haase ist Deutschlands reichweitenstärkster Travel Influencer mit über 4,2 Millionen Followern. Spezialisiert auf Drohnenaufnahmen und Luxusreisen. Kooperationsanfragen hier.
Digital Nomad auf den Kanaren — Arbeiten im Winter
Seit einigen Jahren sind die Kanaren auch ein Hotspot für Digital Nomads. Gran Canaria, insbesondere Las Palmas, hat eine der aktivsten Nomad-Communities Europas. Coworking Spaces wie „Restation“ oder „The House“ bieten schnelles Internet, Community-Events und eine entspannte Arbeitsatmosphäre.
Ich selbst arbeite regelmäßig von den Kanaren aus — Content bearbeiten, Kooperationsanfragen beantworten, Blog-Posts schreiben. Das Internet auf Gran Canaria ist erstaunlich gut (50-300 Mbit/s je nach Unterkunft), und die Cafés in Las Palmas haben fast alle zuverlässiges WLAN.
Die Kombination aus angenehmen Temperaturen, günstigen Lebenshaltungskosten und guter Infrastruktur macht die Kanaren zum idealen Winterquartier für alle, die ortsunabhängig arbeiten. Monatskosten für einen Digital Nomad auf Gran Canaria: 1.200-1.800 € inklusive Unterkunft, Essen, Coworking und Freizeit. Das ist deutlich weniger als in Berlin oder München — bei deutlich besserem Wetter.
Fotografie-Tipps für die Kanaren im Winter
Als Fotograf und Drohnenpilot sind die Kanaren im Winter ein Traum. Das Licht ist weicher als im Sommer, die Sonnenauf- und -untergänge sind spektakulär und die Landschaften bieten unendlich viele Motive. Hier meine besten Tipps:
- Golden Hour nutzen: Im Winter geht die Sonne gegen 18:00 unter — perfektes Timing für Drohnenflüge über den Dünen von Maspalomas oder die Klippen von Los Gigantes
- Timanfaya am Morgen: Die Vulkanlandschaft auf Lanzarote sieht bei Morgenlicht am dramatischsten aus
- Drohnenregeln beachten: Auf den Kanaren gelten EU-Drohnenregeln. In Nationalparks wie Timanfaya und Teide ist Drohnenflug verboten. Immer vorher auf der ENAIRE-App checken.
- Wind einplanen: Besonders auf Lanzarote und Fuerteventura kann der Wind Drohnenflüge unmöglich machen. Windstärke ab 30 km/h ist kritisch für die DJI Mini 5 Pro.
- Nachtfotografie am Teide: Der Teide-Nationalpark ist ein Dark Sky Reserve — die Milchstraße ist hier selbst im Winter unfassbar klar zu sehen
Meine beste Aufnahme von den Kanaren? Ein Drohnen-Panorama über die Dünen von Maspalomas bei Sonnenuntergang, aufgenommen im Januar mit meiner DJI Mini 5 Pro. Das goldene Licht, die Schatten in den Dünen, das Meer im Hintergrund — solche Momente sind der Grund, warum ich diesen Job liebe.
Pack deine Kamera ein, spring in den Flieger und erlebe die Kanaren im Winter. Du wirst nicht enttäuscht sein — versprochen.
Kanaren vs. andere Winterziele — der ehrliche Vergleich
Natürlich sind die Kanaren nicht die einzige Option für einen Winterurlaub. Hier ein kurzer Vergleich mit den beliebtesten Alternativen:
Kanaren vs. Ägypten: Ägypten ist wärmer (25-28°C), aber du brauchst ein Visum und die Kulturunterschiede sind größer. Für reinen Strandurlaub kann Hurghada günstiger sein, aber die Kanaren bieten mehr Vielfalt.
Kanaren vs. Thailand: Thailand ist deutlich wärmer und exotischer, aber der Flug dauert 10+ Stunden und der Jetlag ist real. Für einen Kurzurlaub von einer Woche lohnt sich Thailand kaum — die Kanaren sind die klügere Wahl.
Kanaren vs. Madeira: Madeira ist grüner und hat noch weniger Massentourismus, aber weniger Strände. Ich liebe Madeira für Wanderungen, die Kanaren für Strand und Vielfalt. Ideal: Kombiniere beides — die Flugzeit zwischen den Inseln beträgt nur 1,5 Stunden.
Kanaren vs. Kapverden: Die Kapverden sind sonniger und exotischer, aber weniger gut erschlossen. Hotels sind teurer, die Infrastruktur eingeschränkter. Für einen entspannten Winterurlaub mit guter Anbindung gewinnen die Kanaren klar.
Am Ende ist die Entscheidung einfach: Wenn du innerhalb von maximal fünf Stunden Flugzeit Sonne, Strand und Abenteuer willst — ohne Jetlag, ohne Visum und mit europäischem Komfort — sind die Kanaren im Winter unschlagbar.






