Camping in Europa — Die schönsten Stellplätze
Camping in Europa — Warum Zelt und Camper das beste Reiseformat sind
Ich hab in den letzten Jahren in Hundert-Euro-Hotelzimmern und in 5-Euro-Zeltplätzen übernachtet. Und ehrlich? Manche meiner besten Nächte waren die im Zelt — mit Meeresrauschen als Einschlaf-Soundtrack, Morgens-Kaffee mit Bergblick und dem Gefühl, dass Europa einem gehört, wenn man um 6 Uhr aufwacht und der einzige Mensch weit und breit ist.
Camping in Europa boomt, und das zu Recht. Es ist günstiger als Hotels, flexibler als Airbnb und bringt dich an Orte, die kein Booking.com kennt. In diesem Guide teile ich meine liebsten Stellplätze, praktische Tipps und eine ehrliche Kosten-Aufstellung nach einem Jahr auf Europas Campingplätzen.
Die schönsten Campingplätze in Südeuropa
Praia da Arrifana, Algarve, Portugal
Der Campingplatz liegt auf der Klippe über einem der besten Surfstrände Europas. Morgens aufwachen, Kaffee kochen, auf den Atlantik starren — besser wird kein Morgen. Der Platz ist einfach (Dusche, Toilette, sonst nichts), aber genau das ist der Charme. 12 Euro/Nacht für den Stellplatz. In der Nebensaison (Oktober–Mai) hast du den Strand fast für dich allein.
Camping Sikia, Peloponnes, Griechenland
Direkt am Strand, unter Olivenbäumen, mit dem klarsten Wasser, das ich in Europa gesehen habe. Der Peloponnes ist Griechenlands bestgehütetes Geheimnis — die Touristen fahren alle auf die Inseln, dabei ist die Halbinsel mindestens genauso schön. 15 Euro/Nacht, Taverne direkt am Platz mit Fisch für 8 Euro.
Camping Villaggio dei Fiori, Ligurien, Italien
Terrassen-Camping in den Hügeln über dem Meer, mit Blick auf die ligurische Küste. Die Cinque Terre sind 30 Minuten entfernt, aber dieser Campingplatz ist zehnmal entspannter und halb so teuer. Pool, Restaurant, direkte Strandlage. 22 Euro/Nacht in der Hochsaison — für Italien ein Schnäppchen.
Camping Čikat, Lošinj, Kroatien
Insel-Camping in einer Pinienwald-Bucht. Das Wasser ist so klar, dass du vom Ufer Fische sehen kannst. Lošinj ist eine der wenigen kroatischen Inseln, die noch nicht von Massentourismus überrannt ist. 18 Euro/Nacht. Tipp: Mit der Fähre ab Rijeka anreisen und die Küstenstraße genießen.
Wilde Stellplätze in Nord- und Mitteleuropa
Lofoten, Norwegen
Dank Jedermannsrecht kannst du in Norwegen fast überall wild campen. Die Lofoten sind das Highlight: Zelt am Strand zwischen spitzen Bergspitzen aufschlagen, Mitternachtssonne von Juni bis Juli, morgens Kabeljau vom Fischer kaufen. Mein Lieblingsspot: Uttakleiv Beach — Sandstrand mit Bergpanorama, kostenlos. Die Lofoten sind teuer für Restaurants, aber mit eigenem Kocher und Angel kommst du günstig durch.
Schottische Highlands
Schottland hat ähnlich liberale Camping-Gesetze wie Skandinavien. In den Highlands kannst du überall dein Zelt aufschlagen, solange du den Platz sauber hinterlässt. Mein Spot: Am Ufer von Loch Cluanie, zwischen Fort William und Inverness. Morgens Nebel über dem See, Hirsche am Ufer, absolute Stille. Kostenlos, und du brauchst nur einen guten Schlafsack (nachts wird’s auch im Sommer einstellig).
Schwarzwald, Deutschland
Wildcampen ist in Deutschland offiziell verboten, aber Biwakieren (eine Nacht ohne Zelt oder mit Tarp) wird toleriert. Im Schwarzwald gibt es außerdem offizielle Trekkingplätze für 10 Euro/Nacht — mitten im Wald, nur zu Fuß erreichbar, mit Feuerstelle. Die muss man online reservieren und sie sind schnell ausgebucht. Mein Favorit: Der Platz am Glasmännlehütte.
Dolomiten, Südtirol
Auf Campingplätzen am Fuß der Dolomiten aufwachen ist ein Traum. Camping Olympia in Cortina d’Ampezzo hat einen Pool mit Blick auf die Tofane-Gruppe — absurd schön. 25 Euro/Nacht. Oder Camping Vidor in Pozza di Fassa, günstiger (18 Euro) und direkt am Wanderweg zum Catinaccio.
Camping Ausrüstung — Was du wirklich brauchst
| Ausrüstung | Meine Empfehlung | Preis ca. |
|---|---|---|
| Zelt (2 Personen) | MSR Hubba Hubba NX | ~400 € |
| Schlafsack (3-Season) | Sea to Summit Spark SP III | ~250 € |
| Isomatte | Therm-a-Rest NeoAir XTherm | ~200 € |
| Kocher | Jetboil Flash | ~110 € |
| Stirnlampe | Petzl Actik Core | ~50 € |
| Powerbank | Anker 26800mAh | ~45 € |
Mein Tipp: Investiere in eine gute Isomatte. Nicht das Zelt, nicht der Schlafsack — die Isomatte entscheidet, ob du morgens fit oder kaputt aufwachst. Auf einer schlechten Matte frierst du von unten, egal wie warm der Schlafsack ist. Die Therm-a-Rest NeoAir hat mein Camping-Erlebnis komplett verändert.
Camping Apps und Tools, die ich täglich nutze
Park4Night: Die beste App für Stellplätze und Wildcamping-Spots. Community-basiert mit Fotos, Bewertungen und GPS-Koordinaten. Ich finde 90% meiner Übernachtungsplätze hier.
iOverlander: Ähnlich wie Park4Night, aber internationaler. Besonders gut für Osteuropa und Skandinavien, wo Park4Night weniger Einträge hat.
Campercontact: Speziell für Wohnmobile und Camper. Detaillierte Infos zu Strom, Wasser, Entsorgung auf jedem Platz. Die Premium-Version (10 Euro/Jahr) lohnt sich.
Maps.me: Offline-Karten mit Wanderwegen und POIs. Unverzichtbar, wenn du in Gegenden ohne Mobilfunknetz bist — und genau dort stehen die besten Stellplätze.
Praktische Camping-Tipps für Europa
Nebensaison nutzen: Mai/Juni und September/Oktober sind die besten Monate. Weniger voll, günstiger, angenehmere Temperaturen. Im Juli und August sind beliebte Plätze (Kroatien, Sardinien) oft wochenlang ausgebucht.
ACSI-Campingcard: 16 Euro/Jahr, dafür zahlst du in der Nebensaison auf über 3.000 Campingplätzen Einheitspreise von 12–22 Euro — egal ob der Platz normalerweise 40 Euro kostet. Hat sich bei mir nach drei Nächten amortisiert.
Wasser sparen: 5-Liter-Kanister plus Wasserfilter. Damit bist du 3–4 Tage unabhängig von Campingplatz-Infrastruktur. Mein Lifesaver: Ein Katadyn BeFree Filter (40 Euro) — damit kannst du aus fast jedem Bach trinken.
Falls du das Camping zum Vollzeit-Lifestyle machen willst, lies meinen Artikel über Van Life Kosten — die Grenzen zwischen Camping und Van Life sind fließend.
FAQ — Häufige Fragen zu Camping in Europa
Wo darf ich in Europa wild campen?
Legal: Schweden, Norwegen, Finnland, Schottland (Jedermannsrecht/Allemansrätt). Toleriert: Baltische Staaten, Teile Spaniens, Portugal (außerhalb von Naturschutzgebieten). Verboten aber geduldet: Deutschland (eine Nacht Biwak), Frankreich (abseits von Straßen). Streng verboten: Griechenland, Italien, Kroatien (wird durchgesetzt). Faustregel: Unsichtbar aufbauen, früh wieder weg, null Müll hinterlassen.
Was kostet Camping in Europa pro Nacht?
Campingplätze: 10–30 Euro/Nacht für einen Stellplatz (Zelt oder Camper). Skandinavien und die Schweiz sind teurer (25–40 Euro), Osteuropa und Portugal günstiger (8–15 Euro). Wildcampen: kostenlos, aber du brauchst eigene Wasser- und Sanitärversorgung.
Welches ist das beste Camping-Land in Europa?
Für mich: Norwegen. Jedermannsrecht, spektakuläre Landschaft, null Einschränkungen. Für Einsteiger: Portugal — günstiger, sonniger, einfache Infrastruktur. Für Familien: Frankreich — beste Campingplatz-Infrastruktur Europas mit Pools, Restaurants und Animations-Programm.
Du willst die abgelegenen Stellplätze von oben fotografieren? Dann schau dir meine Drohnen-Empfehlungen an — Camping und Drohne gehören zusammen wie Zelt und Schlafsack.
Über den Autor
Max Haase ist Deutschlands reichweitenstärkster Travel Influencer mit über 4,2 Millionen Followern. Kooperationsanfragen: max-haase.com/zusammenarbeit












