Gran Canaria – Dünen, Vulkankrater & Sterne über Maspalomas
Ein Gran Canaria Reisebericht, der anders ist als das, was du sonst findest: keine Hotelempfehlungen aus zweiter Hand, sondern echte Erfahrungen aus zwei Wochen auf der Insel – mit Drohne, Mietwagen und der Bereitschaft, auch die Ecken zu erkunden, die in keinem Standard-Reiseführer stehen. Gran Canaria wird oft als „Miniaturkontinent“ bezeichnet, und nach meinem Trip im Januar 2024 kann ich das nur bestätigen: Von den goldenen Dünen von Maspalomas über zerklüftete Vulkankrater im Hochland bis zu den subtropischen Tälern im Norden erlebst du auf dieser kleinen Kanareninsel eine Landschaftsvielfalt, die es so in ganz Europa kein zweites Mal gibt.
In diesem ausführlichen Gran Canaria Reisebericht zeige ich dir die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten, die besten Wanderungen, meine ehrlichen Tipps zu Mietwagen, Kosten und Unterkünften – und natürlich die Drohnenaufnahmen, die zeigen, warum diese Insel aus der Luft noch beeindruckender ist als vom Boden. Ob du einen entspannten Strandurlaub planst oder die wilde Seite Gran Canarias suchst – hier findest du alles, was du wissen musst.
Die Dünen von Maspalomas – Sahara-Feeling mitten auf den Kanaren
Die Dünen von Maspalomas im Süden Gran Canarias sind das ikonischste Bild der Insel – und trotzdem hat mich der erste Anblick überrascht. Auf einer Fläche von rund 400 Hektar erstreckt sich ein echtes Dünenfeld, das mit seiner goldgelben Farbe und den vom Wind geformten Wellenmuster tatsächlich an die Sahara erinnert. Seit 1994 stehen die Dünen unter Naturschutz, und das Ökosystem ist deutlich fragiler als es aussieht.
Die Drohnenaufnahmen hier sind spektakulär: Von oben sieht man die geometrischen Muster der Dünen, den Kontrast zum türkisblauen Meer und die Lagune (Charca de Maspalomas), an der regelmäßig Flamingos und Reiher rasten. Bester Zeitpunkt für Drohnenfotos: Sonnenaufgang. Dann ist das Licht warm, die Schatten der Dünen sind lang und dramatisch, und es sind kaum andere Menschen unterwegs.
Neben den Dünen lohnt sich ein Spaziergang entlang der Playa de Maspalomas – einem der schönsten Strände der Kanaren. Der 6 km lange Sandstrand erstreckt sich von den Dünen bis zum Leuchtturm (Faro de Maspalomas) und bietet perfekte Bedingungen zum Schwimmen, Surfen und Sonnenbaden.
Insider Tipp: Geh nicht nur an den Dünenrand – wandere richtig hinein (festes Schuhwerk!). Nach 20 Minuten bist du komplett allein, umgeben von nichts als Sand und Stille. Es ist einer der magischsten Orte auf den Kanaren.
Roque Nublo & das Hochland – Gran Canarias wildes Herz
Wer Gran Canaria nur als Strandurlaub-Ziel kennt, verpasst das Beste. Das Hochland im Zentrum der Insel ist eine komplett andere Welt: schroff, wild, zerklüftet und auf seine Art genauso beeindruckend wie die Küste. Der Roque Nublo (1.813m) ist das Wahrzeichen Gran Canarias – ein 80 Meter hoher Basaltfelsen, der wie ein Finger aus dem Vulkankrater in den Himmel ragt.
Die Wanderung zum Roque Nublo startet am Parkplatz La Goleta und dauert hin und zurück etwa 1,5 Stunden. Der Weg ist gut markiert und technisch einfach, aber durch die Höhenlage (Start auf 1.600m) solltest du Sonnenschutz und Wasser dabeihaben. Oben angekommen erwartet dich ein 360-Grad-Panorama über die gesamte Insel – an klaren Tagen siehst du bis zum Teide auf Teneriffa.
Weitere Gran Canaria Wanderungen im Hochland:
- Caldera de Bandama – Wanderung in einen erloschenen Vulkankrater (1 Stunde, leicht)
- Barranco de Guayadeque – Spektakuläre Schlucht mit Höhlenrestaurants (!)
- Pico de las Nieves (1.949m) – Höchster Punkt Gran Canarias, per Auto erreichbar
- Tamadaba-Naturpark – Kanarischer Kiefernwald, einer der schönsten Wandergebiete der Insel
Mietwagen-Tipp: Für das Hochland brauchst du definitiv einen Mietwagen. Die Straßen sind gut ausgebaut aber kurvenreich – rechne für die 35 km von Maspalomas zum Roque Nublo etwa 1 Stunde Fahrzeit. Mietwagen kosten auf Gran Canaria ab ~25 €/Tag (Cicar ist die größte lokale Vermietung und oft günstiger als internationale Anbieter).
Puerto de Mogán, Schluchten & Gran Canarias versteckte Westküste
Puerto de Mogán – auch „Klein-Venedig“ genannt – ist der charmanteste Ort an der Südwestküste Gran Canarias. Der kleine Fischerhafen mit seinen bunt blühenden Bougainvillea, den Kanälen und pastellfarbenen Häusern ist deutlich ruhiger und authentischer als die Touristenzentren Playa del Inglés oder Las Palmas. Hier sitzt du im Hafen, isst frischen Fisch direkt vom Boot und schaust den Fischern zu.
Die Westküste zwischen Puerto de Mogán und Agaete ist der am wenigsten besuchte Teil der Insel – und meiner Meinung nach der schönste. Die Küstenstraße GC-200 windet sich entlang dramatischer Klippen, vorbei an schwarzen Vulkanstränden und durch kleine Dörfer, die vom Massentourismus völlig unberührt sind. Von der Drohne aus sieht man, wie die schroffen Klippen mehrere hundert Meter senkrecht ins tiefblaue Meer abfallen.
Besonders beeindruckend: Der Barranco de Mogán, eine tiefe Schlucht die sich vom Hochland bis zur Küste zieht. Die Wanderung durch die Schlucht (ca. 3 Stunden) führt durch eine fast surreale Landschaft aus rotem Vulkangestein, Palmenhainen und natürlichen Felsformationen.
Am nördlichen Ende der Westküste liegt das Valle de Agaete – ein tropisches Tal, in dem tatsächlich Kaffee angebaut wird. Der Agaete-Kaffee ist einer von nur wenigen Kaffees, die in Europa produziert werden, und ein außergewöhnliches Mitbringsel.
Las Palmas de Gran Canaria – Die unterschätzte Hauptstadt
Las Palmas ist mit 380.000 Einwohnern die größte Stadt der Kanaren und wird von vielen Urlaubern komplett ignoriert – ein Fehler. Die Altstadt Vegueta mit ihren kolonialen Gebäuden, der Kathedrale Santa Ana und dem Casa de Colón (dem Kolumbus-Museum) ist architektonisch wunderschön und erzählt die Geschichte der Insel seit dem 15. Jahrhundert.
Der Playa de Las Canteras im Norden der Stadt gilt als einer der besten Stadtstrände Europas – 3 km feiner Sand, kristallklares Wasser und ein natürliches Riff (La Barra), das den Strand vor starken Wellen schützt. Die Strandpromenade ist gesäumt von Restaurants und Surfschulen, und die Atmosphäre ist deutlich lokaler als in den Touristen-Resorts im Süden.
Kulinarischer Tipp: Der Mercado de Vegueta ist der älteste Markt der Stadt und perfekt für ein Frühstück mit lokalen Spezialitäten: Papas arrugadas (Runzelkartoffeln) mit Mojo-Sauce, Gofio (geröstetes Maismehl), frischen Ziegenkäse und kanarischen Bananen.
Sternenhimmel über Gran Canaria – Ein UNESCO-Starlight-Reservat
Was die wenigsten wissen: Das Hochland von Gran Canaria ist seit 2018 ein UNESCO-Starlight-Reservat. Die geringe Lichtverschmutzung, die Höhenlage und die klare Atlantikluft bieten Bedingungen für Sternenbeobachtung, die in Mitteleuropa schlicht unmöglich sind. An klaren Nächten siehst du die Milchstraße so deutlich wie sonst nur in der Wüste.
Bester Spot: Der Roque Nublo oder die Umgebung des Pico de las Nieves. Einfach mit dem Auto hochfahren, Decke mitnehmen und den Kopf in den Nacken legen. Zwischen November und März ist die Sicht am besten, weil die Luftfeuchtigkeit niedriger ist.
Gran Canaria Kosten – Was die Insel wirklich kostet (Stand 2024)
| Posten | Budget | Mittelklasse | Komfort |
|---|---|---|---|
| Unterkunft/Nacht | 25-40 € | 60-100 € | 120-200 € |
| Essen/Tag | 15-25 € | 30-50 € | 50-80 € |
| Mietwagen/Tag | 25-45 € (Cicar, lokal) | ||
| Flug (D-A-CH) | 80-200 € (Ryanair, Eurowings, Condor) | ||
| 1 Woche Gesamt (p.P.) | ~500 € | ~900 € | ~1.500 € |
Praktische Gran Canaria Tipps – Anreise, Reisezeit & Insider-Wissen
Beste Reisezeit: Gran Canaria ist eine Ganzjahres-Destination. Für Strandurlaub sind Oktober bis April ideal (angenehme 22-26°C, wenig Regen). Für Wanderungen im Hochland ist Frühling (März-Mai) perfekt – die Landschaft ist grün und blühend. Im Hochsommer (Juli/August) kann es im Süden über 35°C werden.
Mietwagen: Unbedingt empfehlenswert. Ohne Auto siehst du nur den Süden und die Touristenzentren. Die besten Ecken der Insel (Westküste, Hochland, Norden) sind nur mit Auto erreichbar. Cicar ist der größte lokale Anbieter und oft 20-30% günstiger als Europcar oder Sixt.
Flughafen: Gran Canaria Airport (LPA) wird von allen großen deutschen, österreichischen und Schweizer Flughäfen direkt angeflogen. Flugzeit ab Frankfurt ~4,5 Stunden. Tipp: Condor und Ryanair bieten die günstigsten Verbindungen, aber buche mindestens 6-8 Wochen im Voraus.
SIM-Karte: Als EU-Bürger gilt EU-Roaming – du nutzt dein deutsches Datenvolumen ohne Aufpreis. Wer viel Datenvolumen braucht (z.B. für Drohnen-Uploads), kann am Flughafen eine lokale SIM kaufen.
Weitere Kanaren-Reiseberichte: Nach Gran Canaria haben wir auch Madeira und Lanzarote erkundet. Alle drei Inseln sind auf ihre Weise einzigartig – Gran Canaria für die Vielfalt, Madeira für die Wanderungen, Lanzarote für die vulkanische Landschaft.
FAQ – Die häufigsten Fragen zu Gran Canaria
Was muss man auf Gran Canaria unbedingt gesehen haben?
Die Dünen von Maspalomas, den Roque Nublo, Puerto de Mogán, die Westküste (GC-200), und die Altstadt Vegueta in Las Palmas. Wer wandern will: den Barranco de Guayadeque und den Tamadaba-Naturpark.
Welches ist der schönste Ort auf Gran Canaria?
Das kommt auf den Geschmack an: Puerto de Mogán für Charme und Ruhe, Maspalomas für Strand und Dünen, das Hochland um den Roque Nublo für Natur und Wanderungen. Mein persönlicher Favorit: die wilde Westküste zwischen Mogán und Agaete.
Wann ist die beste Reisezeit für Gran Canaria?
Ganzjährig machbar. Oktober bis April für Strandurlaub (22-26°C), März bis Mai für Wanderungen (grüne Landschaft). Juli/August kann im Süden über 35°C werden.
Wo kann man auf Gran Canaria am besten wandern?
Roque Nublo (1,5h, leicht), Caldera de Bandama (1h, leicht), Barranco de Guayadeque (3h, mittel), Tamadaba-Naturpark (verschiedene Routen, 2-5h). Ein Mietwagen ist für alle Wandergebiete nötig.
Braucht man auf Gran Canaria einen Mietwagen?
Für den Süden (Maspalomas, Playa del Inglés) nicht unbedingt. Für alles andere (Hochland, Westküste, Norden, Wanderungen) definitiv ja. Ab ~25 €/Tag bei lokalen Anbietern wie Cicar.
Kann man auf Gran Canaria Drohne fliegen?
In Spanien gelten EU-Drohnenregeln. Drohnen unter 250g (offene Kategorie A1) dürfen fast überall fliegen. In Naturschutzgebieten (Dünen von Maspalomas, Teile des Hochlands) und Flughafennähe ist es verboten. Immer vorher in der ENAIRE-App prüfen.
Wenn dich Gran Canaria aus der Luft genauso fasziniert wie mich – als Travel & Drohnen-Content Creator halte ich genau solche Perspektiven für Kooperationspartner fest. Mehr über meine Arbeit findest du auf der Zusammenarbeit-Seite. Weitere Reiseberichte: Alpenüberquerung E5, Algarve Reisebericht.






