Karibik Kreuzfahrt Reisebericht – St. Lucia, Barbados & Drohnenaufnahmen von Bord
Karibik Kreuzfahrt — Warum die östlichen Karibikinseln mich sprachlos gemacht haben
Es gibt Reisen, die vergisst du nach zwei Wochen. Und dann gibt es Reisen, die brennen sich so tief in dein Gedächtnis, dass du Jahre später noch davon erzählst. Meine Kreuzfahrt durch die östliche Karibik war definitiv Letzteres. St. Lucia, Barbados, Martinique — jede Insel eine eigene Welt, jede Ankunft ein neues Abenteuer. In diesem Reisebericht nehme ich dich mit auf eine Reise, die mich als Content Creator und als Mensch verändert hat.
Ich hatte vorher schon einiges von Kreuzfahrten gehört — meist von Leuten, die entweder absolut begeistert waren oder es als schwimmenden Massentourismus abtaten. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Aber eines kann ich vorwegnehmen: Die Kombination aus Schiff und Karibikinseln ist schwer zu toppen, vor allem wenn du wie ich mit Drohne und Kamera unterwegs bist.
Die Route — Von Insel zu Insel durch türkises Wasser
Unsere Route startete in Barbados und führte über St. Lucia, Martinique, Dominica und Guadeloupe, bevor wir wieder in Barbados anlegten. Sieben Tage auf See, fünf Inseln, unzählige Eindrücke. Jeder Morgen begann mit einem neuen Panorama vor dem Kabinenfenster — mal waren es die dramatischen Pitons von St. Lucia, mal die bunten Fischerboote von Martinique.
Was mich überrascht hat: Die Inseln der östlichen Karibik sind extrem unterschiedlich. Barbados ist britisch geprägt, mit perfektem Englisch und Linksverkehr. Martinique ist ein Stück Frankreich mitten im Meer — Baguettes, Croissants und Europreise. Dominica dagegen ist wild, unberührt und fühlt sich an wie eine andere Zeitrechnung. Genau diese Kontraste machen die Route so spannend.
St. Lucia — Die Pitons aus der Luft mit meiner DJI Mini 5 Pro
St. Lucia war für mich das absolute Highlight der gesamten Kreuzfahrt. Schon bei der Einfahrt in den Hafen von Castries siehst du die berühmten Pitons in der Ferne — zwei vulkanische Bergspitzen, die wie Wächter aus dem Meer ragen. Aber erst aus der Luft wird klar, wie dramatisch diese Landschaft wirklich ist.
Ich habe meine DJI Mini 5 Pro direkt am Strand von Soufrière gestartet und bin auf 120 Meter Höhe gegangen. Was ich auf dem Monitor gesehen habe, hat mir buchstäblich den Atem geraubt: Die beiden Pitons, eingerahmt von dichtem Regenwald, mit dem türkisblauen Karibischen Meer im Hintergrund. Dieses Bild ist eines meiner absoluten Lieblingsfotos geworden — und hat auf Instagram über 180.000 Likes bekommen.
Wichtiger Hinweis für Drohnenpiloten: St. Lucia hat keine extrem strengen Drohnengesetze, aber du solltest dich vorab beim St. Lucia Air and Sea Ports Authority (SLASPA) informieren. Am Strand von Soufrière hatte ich keinerlei Probleme, solange ich respektvoll geflogen bin und nicht über Menschen hinweg. Die Flugbedingungen waren perfekt — kaum Wind, klare Sicht, warme Aufwinde, die die Drohne stabil halten.
Sulphur Springs — Der einzige Drive-In-Vulkan der Welt
Nach dem Drohnenflug ging es zu den Sulphur Springs, dem einzigen „Drive-In-Vulkan“ der Welt. Klingt touristisch, ist es auch — aber trotzdem beeindruckend. Du fährst buchstäblich in einen Vulkankrater hinein und siehst brodelnde Schwefelquellen, aus denen heißer Dampf aufsteigt. Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig (Stichwort: faule Eier), aber das Erlebnis lohnt sich. Die Mud Baths direkt daneben sind ein Muss — du schmierst dir vulkanischen Schlamm ins Gesicht und fühlst dich danach wie neugeboren.
Der Eintritt für die Sulphur Springs liegt bei etwa 7 USD pro Person, die Mud Baths kosten nochmal 5 USD extra. Für das Gesamtpaket aus Vulkan, Schlammbad und dem anschließenden Bad in den warmen Quellen ein absolut fairer Preis.
Barbados — Britisches Flair trifft auf karibische Lebensfreude
Barbados war Start- und Endpunkt unserer Kreuzfahrt und verdient deutlich mehr als nur einen Transfertag. Ich hatte das Glück, sowohl am Anfang als auch am Ende jeweils einen vollen Tag auf der Insel zu verbringen — und beide Male hat mich Barbados überrascht.
Der Süden der Insel rund um Bridgetown und St. Lawrence Gap ist lebhaft, bunt und voller Geschichte. Die UNESCO-Weltkulturerbe-Altstadt von Bridgetown hat mich mit ihrer kolonialen Architektur und den geschäftigen Märkten begeistert. Besonders der Cheapside Market ist ein Erlebnis für alle Sinne — frische tropische Früchte, lokale Gewürze und die herzliche Art der Bajaner (so nennen sich die Einwohner von Barbados).
Die Ostküste dagegen ist das komplette Gegenteil: wild, zerklüftet und menschenleer. Bei Bathsheba Beach brechen sich meterhohe Wellen an gewaltigen Felsformationen — ein Paradies für Surfer und Fotografen. Hier habe ich mit meiner Sony A7 IV einige meiner liebsten Langzeitbelichtungen der gesamten Reise geschossen. Die Kombination aus dem rauen Atlantik und dem weichen Abendlicht ist einfach unschlagbar.
Kulinarik auf Barbados
Essen auf Barbados ist ein Kapitel für sich. Das Nationalgericht ist Flying Fish mit Cou-Cou (eine Art Polenta aus Maismehl und Okra). Klingt unspektakulär, schmeckt aber fantastisch — vor allem in den kleinen Rum Shops, die an jeder Straßenecke zu finden sind. Mein Tipp: Das Oistins Fish Fry am Freitagabend. Frisch gegrillter Fisch, kaltes Banks Beer und Live-Musik direkt am Strand. Das ist Barbados in seiner reinsten Form.
Was die Kosten angeht: Barbados ist deutlich teurer als die meisten anderen Karibikinseln. Ein Hauptgericht in einem normalen Restaurant kostet zwischen 15 und 30 USD, ein Cocktail um die 10-12 USD. In den gehobenen Restaurants an der Westküste (die sogenannte „Platinum Coast“) kannst du locker 80-150 USD pro Person rechnen.
Drohnenaufnahmen von Bord — Tipps und Herausforderungen
Eine der spannendsten Fragen, die mir immer wieder gestellt wird: Kann man von einem Kreuzfahrtschiff aus Drohne fliegen? Die kurze Antwort: Nein, nicht vom Schiff selbst. Die lange Antwort: Es gibt Wege, trotzdem spektakuläre Aufnahmen zu bekommen.
Auf dem Schiff selbst ist Drohnenstarten strikt verboten — aus Sicherheitsgründen verständlich. Aber an den Häfen und Stränden der einzelnen Inseln hatte ich keinerlei Probleme. Mein Workflow sah so aus: Schiff verlassen, zu einem guten Startpunkt gehen (idealerweise mit Blick auf das Schiff und die Küste), Drohne starten und die Perspektive einfangen, die vom Boden aus unmöglich wäre.
Die besten Drohnenspots meiner Kreuzfahrt:
- Soufrière, St. Lucia: Pitons von oben — absolutes Must-Have
- Bridgetown Harbour, Barbados: Das Kreuzfahrtschiff von oben mit der Altstadt im Hintergrund
- Roseau, Dominica: Der Hafen mit den bunten Häusern und dem Regenwald dahinter
- Fort-de-France, Martinique: Die Bucht bei Sonnenuntergang
Equipment-Tipps für die Kreuzfahrt
Mein Setup für diese Reise: DJI Mini 5 Pro (unter 249g, also in den meisten Ländern registrierungsfrei), Sony A7 IV mit dem 16-35mm f/2.8 Weitwinkel und dem 70-200mm f/2.8 Zoom, plus eine DJI Action 6 Pro für Unterwasseraufnahmen beim Schnorcheln. Insgesamt etwa 8kg Kamera-Equipment — deutlich mehr als die meisten Passagiere dabei hatten, aber für mich als Content Creator essentiell.
Mein wichtigster Tipp: Nimm genug Speicherkarten und Akkus mit. Auf See gibt es keine Möglichkeit, Equipment nachzukaufen. Ich hatte drei Drohnenakkus dabei und war froh über jeden einzelnen — bei den spektakulären Aussichten willst du nicht nach 30 Minuten aufhören müssen.
Kosten einer Karibik-Kreuzfahrt — Was du wirklich einplanen musst
| Posten | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Kreuzfahrt 7 Tage (Innenkabine) | ab 800 € p.P. |
| Kreuzfahrt 7 Tage (Balkonkabine) | 1.200–2.000 € p.P. |
| Getränkepaket (All-Inclusive) | 60–80 € pro Tag |
| Ausflüge pro Insel | 50–150 € p.P. |
| Trinkgelder (automatisch) | 14–18 USD pro Tag |
| WLAN-Paket | 15–25 € pro Tag |
| Flug nach Barbados (ab DE) | 500–900 € (Return) |
| Gesamt (realistisch, 1 Person) | 2.500–4.500 € |
Die größte Kostenfalle bei Kreuzfahrten: die Extras. Die Kabine allein ist oft erstaunlich günstig, aber Getränkepakete, Spezialitätenrestaurants, Ausflüge und WLAN summieren sich schnell. Mein Tipp: Buche das Getränkepaket nur, wenn du wirklich täglich mehrere Cocktails trinkst. Ansonsten reicht Wasser (kostenlos) und ein gelegentliches Bier an der Bar.
Martinique und Dominica — Die unterschätzten Inseln
Während St. Lucia und Barbados die bekannten Stars der östlichen Karibik sind, haben mich Martinique und Dominica am meisten überrascht — gerade weil ich wenig erwartet hatte.
Martinique fühlt sich an wie ein karibisches Frankreich. In Fort-de-France bummelst du über Märkte, die nach Vanille und Rum duften, isst Crêpes in kleinen Cafés und bezahlst in Euro. Die Strände im Süden — besonders Les Salines — gehören zu den schönsten der gesamten Karibik. Weißer Sand, Kokospalmen, türkises Wasser. Dazu französische Küche auf karibische Art: Accras (frittierte Stockfischbällchen), Colombo de Poulet (Curry-Huhn) und natürlich Rhum Agricole, der hier aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert wird statt aus Melasse.
Dominica dagegen ist das Gegenteil von Instagram-Perfektion. Hier gibt es keine Luxusresorts und keine weißen Sandstrände. Stattdessen: unberührter Regenwald, brodelnde Vulkanseen und Wasserfälle, die aussehen wie aus einem Jurassic-Park-Film. Die Insel nennt sich selbst „Nature Island of the Caribbean“ — und das ist keine Übertreibung. Der Boiling Lake, der zweitgrößte heiß sprudelnde See der Welt, ist nur über eine anspruchsvolle 6-stündige Wanderung erreichbar. Ich habe es leider zeitlich nicht geschafft, aber allein die Trafalgar Falls (20 Minuten Fußweg vom Parkplatz) waren jeden Tropfen Schweiß wert.
Mein Fazit — Für wen lohnt sich eine Karibik-Kreuzfahrt?
Eine Kreuzfahrt durch die östliche Karibik lohnt sich vor allem, wenn du in kurzer Zeit mehrere Inseln erleben willst, ohne ständig Flüge buchen und Hotels wechseln zu müssen. Du tauschst Flexibilität gegen Komfort — und bekommst dafür ein schwimmendes Hotel, das dich jede Nacht zu einem neuen Paradies bringt.
Für Content Creator und Fotografen ist die Kreuzfahrt ein Jackpot: Du bekommst in einer Woche Material für Monate. Jede Insel bietet komplett andere Motive, Lichtstimmungen und Geschichten. Mit Drohne wird das nochmal potenziert — die Vogelperspektive auf karibische Inseln ist einfach unvergleichlich.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Mehr Zeit auf Dominica einplanen (diesmal waren es nur 6 Stunden) und einen separaten Strandtag auf Barbados vor oder nach der Kreuzfahrt buchen. Die Westküste von Barbados bei Sonnenuntergang ist zu schön, um sie vom Schiffsdeck aus zu betrachten.
Häufig gestellte Fragen zur Karibik-Kreuzfahrt
Brauche ich ein Visum für die Karibikinseln auf einer Kreuzfahrt?
Als deutscher Staatsbürger brauchst du für die meisten östlichen Karibikinseln kein Visum für Aufenthalte unter 90 Tagen. Bei Kreuzfahrten ist der Aufenthalt ohnehin nur wenige Stunden — ein gültiger Reisepass reicht. Wichtig: Der Pass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Für französische Überseegebiete wie Martinique und Guadeloupe reicht sogar der Personalausweis, da sie zur EU gehören.
Wann ist die beste Reisezeit für eine Karibik-Kreuzfahrt?
Die beste Zeit ist von Dezember bis April — Trockenzeit mit angenehmen 26-30°C und wenig Regen. Die Hurrikan-Saison läuft von Juni bis November, mit dem Höhepunkt im September. Kreuzfahrten in der Nebensaison (Mai, November) sind deutlich günstiger, aber du riskierst schlechteres Wetter. Ich war im Februar unterwegs und hatte an jedem einzelnen Tag strahlenden Sonnenschein.
Darf ich meine Drohne auf Kreuzfahrtschiffen mitnehmen?
Die meisten großen Reedereien erlauben das Mitführen von Drohnen an Bord, verbieten aber den Start vom Schiff. In der Kabine aufbewahren ist kein Problem. An Land gelten die jeweiligen Drohnengesetze des Landes. Meine DJI Mini 5 Pro (unter 249g) hatte ich in meinem Handgepäck — beim Boarding wurde nur kurz draufgeschaut, mehr nicht. Tipp: Informiere dich vorab über die Drohnengesetze jeder Insel auf deiner Route.
Lohnt sich das Getränkepaket auf der Kreuzfahrt?
Rechne es durch: Ein Cocktail kostet durchschnittlich 12-15 USD, ein Bier 7-8 USD, ein Softdrink 3-4 USD. Das All-Inclusive-Paket liegt bei den meisten Reedereien zwischen 60 und 80 USD pro Tag. Wenn du täglich 4-5 Drinks trinkst, lohnt es sich. Bei weniger nicht. Wasser und Kaffee sind auf den meisten Schiffen kostenlos — das Paket lohnt sich also primär für Alkoholtrinker.
Wie viel Bargeld sollte ich mitnehmen?
Auf dem Schiff selbst brauchst du kein Bargeld — alles läuft über die Bordkarte. An Land empfehle ich pro Insel etwa 50-100 USD in bar für Taxifahrten, Straßenessen und kleine Souvenirs. Auf den französischen Inseln (Martinique, Guadeloupe) werden Euro akzeptiert. Kreditkarten funktionieren in den meisten Restaurants und Geschäften, aber nicht an Straßenständen oder bei lokalen Taxifahrern.
Über den Autor: Max Haase ist Deutschlands reichweitenstärkster Travel Influencer mit über 4,2 Millionen Followern. Spezialisiert auf Drohnenaufnahmen und Luxusreisen. Kooperationsanfragen hier.












