Madeira Reisebericht – Levada-Wanderungen, Funchal & spektakuläre Drohnenaufnahmen
Mein Madeira Reisebericht nach einer Woche auf der Blumeninsel im Atlantik – und ich sage es direkt: Madeira hat mich mehr überrascht als jede andere europäische Destination bisher. Die Insel ist ein Paradies für Wanderer, Drohnenfotografen und alle, die spektakuläre Landschaften abseits der Massen suchen. Im Januar 2024 habe ich die berühmten Levada-Wanderungen, die dramatischen Steilküsten und das quirlige Funchal erkundet – mit der DJI Mini 4 Pro Drohne im Rucksack, die hier Perspektiven einfängt, die von keinem Wanderweg aus möglich sind.
Was Madeira so besonders macht: Auf einer Fläche kleiner als Hamburg vereint die Insel subtropische Lorbeerwälder (UNESCO-Welterbe), über 1.800m hohe Vulkangipfel, dramatische Steilküsten und eines der einzigartigsten Bewässerungssysteme der Welt – die Levadas. Diese hunderte Kilometer langen Wasserkanäle aus dem 15. Jahrhundert wurden zu Wanderwegen umfunktioniert und führen durch Landschaften, die man sonst nur in Neuseeland oder auf den Azoren findet. Ob du nach der schönsten Levada-Wanderung suchst, wissen willst, wie viele Tage du für Madeira einplanen solltest, oder praktische Tipps zu Mietwagen und Kosten brauchst – hier findest du alles.
Funchal – Madeiras charmante Hauptstadt aus der Luft und am Boden
Funchal ist der perfekte Startpunkt für jede Madeira-Reise. Die 100.000-Einwohner-Stadt schmiegt sich amphitheaterartig an die Küste und bietet eine Mischung aus kolonialer Geschichte, lebendiger Gastronomie und spektakulären Ausblicken. Die Altstadt Zona Velha mit ihren bunt bemalten Türen (ein Kunstprojekt, das die einst heruntergekommene Gasse in eine Open-Air-Galerie verwandelt hat) ist ein fotografisches Highlight.
Die Seilbahn nach Monte (Teleférico do Funchal) bietet auf der 15-minütigen Fahrt ein beeindruckendes Panorama über die Stadt und den Hafen. Oben angekommen wartet der tropische Garten Monte Palace und die berühmten Korbschlittenfahrten – eine Tradition seit 1850, bei der dich zwei Fahrer in einem Weidenkorb die steile Straße hinunterschieben. Kitschig? Ja. Macht trotzdem Spaß? Definitiv.
Kulinarisch ist Funchal ein Traum: Der Mercado dos Lavradores (Bauernmarkt) quillt über vor exotischen Früchten, die es auf dem europäischen Festland nicht gibt – Ananasbananen, Passionsfrüchte, Monstera Deliciosa. Das Nationalgericht Espetada (Rindfleischspieß auf Lorbeerholz) findet man in den Restaurants der Altstadt für 12-18 €.
Die schönsten Levada-Wanderungen auf Madeira – Meine Top 5
Die Levada-Wanderungen sind DAS Alleinstellungsmerkmal Madeiras. Über 200 dieser historischen Wasserkanäle durchziehen die Insel und erschließen Landschaften, die ohne sie unzugänglich wären. Die Wanderungen entlang der Levadas sind meist flach (man folgt dem Kanal), führen aber durch teilweise spektakuläres Gelände – enge Tunnel, Hängebrücken, Steilwände und dichte Lorbeerwälder.
Hier meine persönliche Rangliste der schönsten Levada-Wanderungen:
1. Levada das 25 Fontes & Risco-Wasserfall (Top-Empfehlung)
Dauer: ~4 Stunden (hin und zurück) | Schwierigkeit: Mittel | Start: Rabaçal
Diese Wanderung führt durch uralten Lorbeerwald zu einem natürlichen Amphitheater mit 25 Quellen, die in einen smaragdgrünen Pool plätschern. Der Abstecher zum Risco-Wasserfall (100m Fallhöhe) lohnt sich. Tipp: Früh starten – ab 10 Uhr wird es voll.
2. Levada do Caldeirão Verde (Die Abenteuerliche)
Dauer: ~5-6 Stunden | Schwierigkeit: Mittel-Schwer | Start: Queimadas
Durch dunkle Tunnel (Stirnlampe mitnehmen!), entlang steiler Felswände und durch dichten Nebelwald bis zu einem spektakulären Wasserfall. Wer weitergehen will: Die Verlängerung zum Caldeirão do Inferno führt noch tiefer in die Wildnis.
3. Pico do Arieiro → Pico Ruivo (Die Königstour)
Dauer: ~5-6 Stunden | Schwierigkeit: Schwer (ausgesetzt) | Start: Pico do Arieiro
Keine Levada, aber Madeiras ikonischste Wanderung. Vom dritthöchsten zum höchsten Gipfel der Insel (1.862m), über schmale Grate, durch Tunnel und entlang dramatischer Abgründe. Bei klarem Wetter ein 360-Grad-Panorama über die gesamte Insel. Achtung: Schwindelfreiheit ist hier wirklich nötig.
4. Levada do Rei (Die Gemütliche)
Dauer: ~3 Stunden | Schwierigkeit: Leicht | Start: São Jorge
Perfekt für Levada-Einsteiger und Wanderungen ohne Schwindelfreiheit. Der Weg führt durch üppigen Lorbeerwald, ist breit und gut gesichert. Am Ende wartet eine ruhige Quelle im Wald.
5. Vereda da Ponta de São Lourenço (Die Küstenwanderung)
Dauer: ~3-4 Stunden | Schwierigkeit: Mittel | Start: Baía d’Abra
Komplett anderes Bild als der Rest Madeiras: karge, windumtoste Halbinsel mit roten Vulkanfelsen und türkisem Wasser. Von der Drohne aus spektakulär.
Steilküsten, Naturpools & Madeiras dramatische Nordküste
Die Nordküste Madeiras ist das Gegenstück zum sanfteren Süden: wild, schroff und von einer Dramatik, die aus einem Hollywood-Film stammen könnte. Die Küstenstraße ER101 schlängelt sich zwischen hunderte Meter hohen Klippen und dem tosenden Atlantik – mit der Drohne entstehen hier Aufnahmen, die die Dimension dieser Landschaft erst begreifbar machen.
Besonders beeindruckend: Die Naturpools von Porto Moniz, natürliche Lava-Becken die vom Meer gespeist werden und im Sommer zum Baden einladen. Die Skywalk-Aussichtsplattform in Cabo Girão (580m über dem Meer!) gehört zu den höchsten Europas und bietet einen Blick senkrecht nach unten auf den Atlantik – nichts für schwache Nerven, aber die Drohnenaufnahmen von hier sind unglaublich.
Im Fanal-Wald stehen uralte, knorrige Lorbeerbäume in Wolkennebel gehüllt – eine mystische Atmosphäre, die an „Herr der Ringe“ erinnert. Bei Nebel (der hier häufig ist) entstehen Drohnenaufnahmen, die surreal wirken.
Madeira Kosten, Anreise & praktische Tipps
| Posten | Budget | Komfort |
|---|---|---|
| Unterkunft/Nacht | 30-50 € | 80-150 € |
| Essen/Tag | 15-25 € | 40-60 € |
| Mietwagen/Tag | 20-40 € | |
| Flug (D-A-CH) | 100-250 € | |
| 1 Woche Gesamt (p.P.) | ~500 € | ~1.200 € |
Beste Reisezeit: Ganzjährig, aber März bis Mai und September bis November bieten das beste Wanderwetter. Der Norden ist generell kühler und feuchter als der Süden.
Mietwagen: Absolute Pflicht auf Madeira. Die Insel ist zwar klein, aber ohne Auto erreichst du weder die Levada-Startpunkte noch die spektakulärsten Aussichtspunkte. Rechne mit kurvigen, steilen Straßen – ein Kleinwagen mit guter Motorisierung reicht.
Wie viele Tage braucht man für Madeira? Mindestens 5 Tage für die Highlights, idealerweise 7-10 Tage wenn du mehrere Levadas wandern willst. Ich war eine Woche auf der Insel und hätte problemlos noch eine zweite anhängen können.
FAQ – Häufige Fragen zu Madeira & Levada-Wanderungen
Welche Levada-Wanderung ist die schönste?
Die Levada das 25 Fontes mit dem Risco-Wasserfall ist mein persönlicher Favorit. Für erfahrene Wanderer: Pico do Arieiro → Pico Ruivo ist die anspruchsvollste und spektakulärste Tour.
Wie gefährlich sind Levada-Wanderungen auf Madeira?
Die meisten Levadas sind gut gesichert und auch für Einsteiger geeignet. Einige Routen (Caldeirão Verde, Pico Ruivo) haben ausgesetzte Stellen und schmale Pfade – hier ist Trittsicherheit nötig. Unfälle passieren vor allem bei Nässe und Unachtsamkeit.
Kann man auf Madeira ohne Guide wandern?
Ja. Die bekanntesten Levadas sind gut markiert. Für abgelegene Routen oder den Pico Ruivo bei unsicherem Wetter kann ein Guide sinnvoll sein. Offline-Karten (z.B. AllTrails) sind ein Muss.
Wie viele Tage braucht man für Madeira?
Minimum 5 Tage für Funchal + 2-3 Levadas + Nordküste. Ideal: 7-10 Tage für ein umfassendes Erlebnis inklusive Pico Ruivo und der Ostspitze.
Braucht man Schwindelfreiheit für Levada-Wanderungen?
Nicht für alle. Die Levada do Rei und 25 Fontes sind auch ohne Schwindelfreiheit gut machbar. Der Pico do Arieiro → Pico Ruivo dagegen hat exponierte Stellen mit steilen Abgründen.
Darf man auf Madeira Drohne fliegen?
In Portugal gelten EU-Drohnenregeln. Drohnen unter 250g dürfen in der offenen Kategorie fast überall fliegen. In der Nähe des Flughafens Funchal, in Naturschutzgebieten (Laurisilva-Wald) und über Menschengruppen ist es verboten. ANAC-App für aktuelle Flugzonen nutzen.
Madeira ist ein Traumziel für Drohnen-Content – die Kombination aus Steilküsten, Nebelwäldern und Berggipfeln bietet Motive, die man in Europa kein zweites Mal findet. Mehr über meine Arbeit als Travel & Drohnen-Content Creator: Zusammenarbeit. Weitere Reiseberichte: Gran Canaria, Lanzarote, Alpenüberquerung E5.






