Malaysia Reisebericht — Kuala Lumpur, Langkawi & Borneo
Malaysia Reisebericht — Kuala Lumpur, Langkawi & Borneo in 3 Wochen
Malaysia war das Land, das mich gelehrt hat, dass Südostasien mehr ist als Thailand und Bali. Weniger touristisch, günstiger, vielfältiger und — ich sage das als jemand, der in 60+ Ländern gegessen hat — mit dem besten Street Food der Welt. In 3 Wochen habe ich Kuala Lumpur erkundet, auf Langkawi die Drohne über Mangrovenwälder fliegen lassen und auf Borneo Orang-Utans in freier Wildbahn gesehen. Hier ist mein kompletter Reisebericht.
Kuala Lumpur — Die unterschätzte Metropole
KL wird oft als Zwischenstopp behandelt — ein, zwei Nächte, Petronas Towers, weiter. Großer Fehler. Ich habe 4 Tage in KL verbracht und hätte locker eine Woche bleiben können.
Petronas Twin Towers und KLCC Park
Die Petronas Towers sind 452 Meter hoch und das Wahrzeichen Malaysias. Von unten beeindruckend, aber der wahre Wow-Effekt kommt aus der Luft. Ich habe die DJI Mini 5 Pro vom KLCC Park aus gestartet (vorsichtig, in KL-Innenstadtnähe gibt es Einschränkungen) und die Towers im Sonnenuntergang gefilmt — die silbernen Fassaden in goldenem Licht, der Kuala Lumpur Tower im Hintergrund, und der KLCC Park als grüne Oase zu Füßen der Stahlgiganten. Dieses Video war mein erfolgreichstes Malaysia-Content-Piece.
Die Skybridge auf 170m (Ebene 41) und die Aussichtsplattform auf 370m (Ebene 86) sind beide besuchenswert — aber Tickets online vorbuchen, die sind oft Tage im Voraus ausverkauft. Alternativ: Die SkyBar im Traders Hotel nebenan hat einen Pool, von dem du auf Augenhöhe auf die Towers schaust. Cocktails ab 15 EUR, aber die Aussicht ist unbezahlbar.
Batu Caves
272 Stufen, eine goldene 42-Meter-Statue von Lord Murugan, und oben eine riesige Kalksteinhöhle mit Hindu-Tempel drinnen. Die Batu Caves sind 20 Minuten mit der Bahn vom Zentrum entfernt und einer der fotogensten Orte in ganz Südostasien. Die bunten Treppen (seit 2018 in Regenbogenfarben angemalt), die Statue im goldenen Morgenlicht, die Höhle mit den natürlichen Lichtschächten von oben — da kommt die Sony A7 IV voll zum Einsatz.
Tipp: Vor 8 Uhr morgens kommen, dann hast du die Treppen fast für dich allein. Und aufpassen: Die Makaken (Affen) dort sind dreist und klauen alles, was nicht festgehalten wird — Sonnenbrillen, Wasserflaschen, Snacks.
Chinatown und Jalan Alor
Petaling Street in Chinatown ist tagsüber ein chaotischer Markt (Fake-Uhren, Souvenirs) und nachts eine Food-Meile. Aber das wahre Street-Food-Mekka ist Jalan Alor. Eine ganze Straße voller Stände und Restaurants, die ab 17 Uhr ihre Plastiktische auf die Straße stellen. Chicken Wings für 1€, Satay-Spieße für 0,50€, Roti Canai für 0,30€, frische Kokosnuss für 0,80€. Ich habe an einem Abend bei 4 verschiedenen Ständen gegessen und insgesamt 7€ ausgegeben. Sieben Euro. Für das beste Essen meines Lebens.
Merdeka 118
Seit 2024 ist der Merdeka 118 mit 678 Metern das zweithöchste Gebäude der Welt. Die Aussichtsplattform „The View at 118“ auf Ebene 116 bietet einen 360-Grad-Blick über KL, der alles übertrifft, was die Petronas Towers bieten. Noch nicht überlaufen, weil viele Touristen es noch nicht auf dem Radar haben. Tickets ca. 25 EUR.
Langkawi — Inselparadies und Drohnen-Himmel
Langkawi ist eine Inselgruppe von 99 Inseln im Nordwesten Malaysias, direkt an der Grenze zu Thailand. Die Hauptinsel hat alles: Strände, Regenwald, Mangroven, und eine Infrastruktur, die gerade richtig ist — entwickelt genug für Komfort, nicht so entwickelt, dass es nach Massentourismus riecht.
Sky Bridge und Cable Car
Die Langkawi Sky Bridge ist eine geschwungene Fußgängerbrücke auf 660 Metern Höhe, die zwischen zwei Berggipfeln hängt. Du erreichst sie über die Langkawi Cable Car (steilst geneigte Seilbahn Südostasiens) und stehst dann auf einer Brücke, die über dem Regenwald schwebt, mit Blick auf die Andamanensee, die thailändische Küste am Horizont und die 99 Inseln unter dir. Drohne von hier oben starten — epic. Das Panorama in alle Richtungen, die Brücke als geschwungene Linie über dem grünen Abgrund.
Kilim Geoforest Park — Mangroven per Kayak
Der Kilim Geoforest Park ist ein UNESCO Global Geopark mit Kalksteinfelsen, die aus dem Mangrovenwald ragen wie Zähne. Ich habe eine Kayak-Tour durch die Mangroven gemacht (3 Stunden, ca. 25 EUR) und dabei Adler, Warane, Schlangen und riesige Krabben gesehen. Die Drohne über den Mangroven: die verschlungenen Wasserläufe zwischen den Kalksteinfelsen, von oben wie ein Labyrinth aus Grün und Blau. Natur pur, fast keine Touristen (Kayak statt Motorboot, dadurch kommst du in die schmalen Kanäle).
Pantai Cenang und Island Hopping
Pantai Cenang ist der Hauptstrand Langkawis — 2 Kilometer feiner Sand, warm, turquoise, mit Strandrestaurants und Bars. Kein Geheimtipp, aber ein schöner Basis-Strand für den Abend. Spannender: Island Hopping. Für ca. 15 EUR nimmst du ein Speedboot zu 3 vorgelagerten Inseln — Pulau Dayang Bunting (Schwangere Jungfrau, ein Binnensee auf einer Insel), Beras Basah (Sandbank zum Schnorcheln) und Singa Besar (Adler füttern, kontrovers aber visuell beeindruckend).
Langkawi als Duty Free
Die gesamte Insel ist eine Duty-Free-Zone. Bier kostet 1 EUR in der Dose (im Rest von Malaysia das Dreifache wegen Alkoholsteuer), Spirituosen und Tabak sind spottgünstig. Das macht Langkawi auch preislich attraktiver als das Festland — und erklärt, warum Malaysier selbst hier gerne Urlaub machen.
Borneo (Sabah) — Regenwald und Orang-Utans
Borneo war der emotionale Höhepunkt meiner Malaysia-Reise. Die drittgrößte Insel der Welt, geteilt zwischen Malaysia, Indonesien und Brunei — und Heimat einiger der ältesten Regenwälder des Planeten. Ich war in Sabah (malaysischer Teil) und habe von Kota Kinabalu aus den Regenwald, die Orang-Utans und die Küste erkundet.
Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Centre
Sepilok bei Sandakan ist eine Rehabilitationsstation für verwaiste und verletzte Orang-Utans. Zweimal am Tag (10 und 15 Uhr) kommen die halb-wilden Orang-Utans zur Fütterungsplattform — und du stehst auf einem Holzsteg, 5 Meter entfernt, und schaust diesen unglaublichen Tieren dabei zu, wie sie Bananen essen und miteinander interagieren. Kein Zoo, kein Glas dazwischen, keine Show. Einfach Orang-Utans in ihrem Lebensraum.
Das hat mich emotional mehr berührt als fast jede Landschaft, die ich je gesehen habe. Diese intelligenten, sanften Augen. Das Wissen, dass ihre Lebensräume für Palmöl-Plantagen zerstört werden. Der Eintritt (ca. 8 EUR) geht direkt in den Schutz dieser Tiere. Kamera mitnehmen — aber nicht mit Blitz. Und die Drohne bleibt hier am Boden (verboten und auch richtig so).
Kinabalu National Park
Der Mount Kinabalu (4.095m) ist der höchste Berg Südostasiens (außerhalb des Himalaya-Systems). Eine 2-Tages-Besteigung (Permit ca. 200 EUR, alles inklusive) mit Übernachtung in einer Berghütte auf 3.300m. Ich habe den Gipfel bei Sonnenaufgang erreicht — der Blick über die Wolkendecke, die Granite-Landschaft in goldenem Licht, die südchinesische See am Horizont. Die Besteigung ist anstrengend, aber technisch nicht schwierig — keine Klettererfahrung nötig, nur Ausdauer.
Für alle, die nicht den Berg besteigen wollen: Die Canopy Walkways im Nationalpark (40m über dem Regenwaldboden auf Hängebrücken) sind auch ohne Gipfel ein Erlebnis. Die Perspektive auf das Blätterdach von oben, die Geräusche des Regenwalds, die schwüle Luft — man fühlt sich wie in einem David-Attenborough-Film.
Semporna und Sipadan
Sipadan ist eine der Top-3-Tauchspots der Welt. Eine ozeanische Insel, die direkt aus 600 Metern Tiefe aufragt — drumherum ein Korallenriff mit einer Artenvielfalt, die alles sprengt, was du dir vorstellen kannst. Hammerhaie, Barrakuda-Schwärme, Schildkröten, Riffhaie. Taucher brauchen ein Permit (limitiert auf 120 pro Tag), das über die Resorts in Semporna gebucht wird.
Ich bin nicht Taucher, aber Schnorcheln in Semporna war trotzdem grandios. Die vorgelagerten Inseln (Mabul, Kapalai) haben Pfahlbauten über dem Wasser, darunter kristallklares Meer mit Korallen und Fischen. Die Drohnenbilder der Pfahlbauten von oben — türkises Wasser, die Holzstrukturen, Boote — gehören zu meinen besten Asien-Aufnahmen.
Essen in Malaysia — Ein kulinarisches Universum
Malaysia hat das vielfältigste Essen Südostasiens. Malaiische, chinesische, indische und Peranakan-Küche existieren nebeneinander — oft an der gleichen Hawker-Stall-Reihe. Meine Must-Eats:
- Nasi Lemak: Das Nationalgericht. Kokosreis, Sambal, Erdnüsse, Ei, Anchovis, Gurkenscheiben. Frühstück, Mittagessen und Abendessen — Malaysier essen es 24/7. Ab 0,50 EUR am Straßenstand.
- Char Kway Teow: Gebratene Reisnudeln mit Garnelen, Cockles, Ei und dunkler Sojasoße. Am besten in Penang, aber überall gut.
- Roti Canai: Hauchdünnes, knuspriges Fladenbrot mit Dhal oder Curry zum Dippen. Die indisch-malaysische Variante. Mein Frühstücks-Ritual.
- Laksa: Würzige Kokos-Nudelsuppe. Jede Region hat ihre eigene Version — Penang Laksa (sauer), Sarawak Laksa (Kokos), Curry Laksa (scharf).
- Cendol: Dessert aus Kokosmilch, Palmzucker, Pandan-Gelee und Eis. Perfekt nach einem heißen Tag.
Kosten für 3 Wochen Malaysia
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Flug (ab Deutschland, retour) | 400–700 € |
| Inlandsflüge (KL → Langkawi, KL → Kota Kinabalu) | 60–120 € |
| Unterkunft (21 Nächte, Mittelklasse) | 350–600 € |
| Essen & Trinken | 150–300 € |
| Transport vor Ort (Grab, Bus, Mietwagen Langkawi) | 80–150 € |
| Aktivitäten (Kinabalu, Schnorcheln, Cable Car etc.) | 200–400 € |
| Gesamt pro Person | 1.240–2.270 € |
Malaysia ist eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse in ganz Asien. Essen ist absurd günstig (5-10 EUR pro Tag, wenn du Street Food isst), Unterkünfte kosten einen Bruchteil von Thailand oder Bali, und Inlandsflüge mit AirAsia starten bei 15 EUR. Der größte Kostenpunkt ist der Langstreckenflug ab Deutschland — aber auch der liegt oft unter 500 EUR bei frühzeitiger Buchung.
Beste Reisezeit für Malaysia
Malaysia ist ganzjährig bereisbar, aber die Monsunzeiten variieren nach Region. Westküste (KL, Langkawi, Penang): Bester Zeitraum November bis April (trockene Periode). Ostküste (Perhentian Islands, Tioman): April bis Oktober. Borneo (Sabah, Sarawak): März bis Oktober. Ich war im Februar/März und hatte an der Westküste und auf Borneo perfektes Wetter.
FAQ
Brauche ich ein Visum für Malaysia?
Nein — mit deutschem Reisepass bis zu 90 Tage visumfrei. Reisepass muss noch 6 Monate gültig sein. Einreise ist unkompliziert — Fingerabdruck am Automaten, Stempel, fertig.
Ist Malaysia sicher?
Ja — Malaysia ist eines der sichersten Länder Südostasiens. In KL die üblichen Großstadt-Vorsichtsmaßnahmen (Taschendiebstahl), auf Borneo die üblichen Dschungel-Vorsichtsmaßnahmen (Mückenspray, keine Tiere anfassen). Politisch stabil, gut organisiert, sehr touristen-freundlich.
Kann ich in Malaysia gut mit der Drohne fliegen?
Malaysia hat seit 2023 strengere Drohnenregeln. Registrierung bei der CAAM (Civil Aviation Authority Malaysia) ist theoretisch Pflicht, wird bei Touristen mit kleinen Drohnen aber selten kontrolliert. In Nationalparks und über Menschenmengen verboten. Auf Langkawi hatte ich null Probleme, in KL ist Vorsicht geboten (viele No-Fly-Zones um den Flughafen und Regierungsgebäude). Am besten die AirMap-App nutzen und im Zweifelsfall vor Ort fragen.
Wie komme ich am besten zwischen den Regionen hin und her?
Inlandsflüge mit AirAsia — günstig, pünktlich, gutes Netzwerk. KL nach Langkawi: 1 Stunde Flug, ab 15 EUR. KL nach Kota Kinabalu (Borneo): 2,5 Stunden, ab 30 EUR. Alternativ: Busse sind günstig und komfortabel (KL nach Penang: 5 Stunden, ca. 10 EUR), und Grab (Südostasiens Uber) funktioniert in allen Städten perfekt.
Lohnt sich Penang?
Absolut — Penang ist die Food-Hauptstadt Malaysias und allein dafür schon eine Reise wert. Georgetown hat eine fantastische Altstadt mit Street Art, koloniale Architektur und chinesische Clan-Jetties (Pfahlbau-Siedlungen). Ich habe Penang aus Zeitgründen ausgelassen und bereue es bis heute. Nächstes Mal.
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Über den Autor: Max Haase ist Deutschlands reichweitenstärkster Travel Influencer mit über 4,2 Millionen Followern. Spezialisiert auf Drohnenaufnahmen und Luxusreisen. Kooperationsanfragen hier.






