Great Ocean Road Australien — Der schönste Roadtrip der Welt?
Great Ocean Road — Warum dieser Roadtrip mein Highlight in Australien war
243 Kilometer Küstenstraße, zerklüftete Klippen, türkises Wasser und Koalas, die direkt neben der Straße in Eukalyptusbäumen hängen — die Great Ocean Road in Victoria ist der Roadtrip, den jeder Australien-Reisende machen muss. Ich bin die Strecke zweimal gefahren: einmal in einem Tag durchgehetzt (Fehler) und einmal in vier Tagen mit Stopps an jedem Aussichtspunkt (richtig).
Nach über 40 Roadtrips weltweit sage ich: Die Great Ocean Road gehört in die Top 3. Nicht weil sie die längste oder wildeste Strecke ist, sondern weil die Dichte an Wow-Momenten pro Kilometer einfach unschlagbar ist. Alle 10-15 Minuten ein Aussichtspunkt, der besser ist als der letzte.
Die Route — Von Melbourne nach Allansford
Die Great Ocean Road beginnt offiziell in Torquay (ca. 1,5 Stunden südwestlich von Melbourne) und endet in Allansford nahe Warrnambool. Die meisten fahren die Strecke von Ost nach West — das hat den Vorteil, dass du auf der Meerseite fährst und direkten Blick auf die Klippen hast.
Etappe 1: Torquay → Apollo Bay (115 km)
Der erste Abschnitt ist der kurvigste und gleichzeitig der spektakulärste. Die Straße klebt förmlich an den Klippen, und an jeder Kurve öffnet sich ein neuer Blick auf die Brandung. Highlights:
- Bells Beach: Einer der berühmtesten Surfspots der Welt. Auch wenn du nicht surfst — die Wellen hier sind beeindruckend. Vom Aussichtspunkt oben beobachtest du Profisurfer in 3-4 Meter hohen Wellen.
- Split Point Lighthouse: Ein fotogener Leuchtturm in Aireys Inlet mit Panoramablick. Perfekt für Drohnenaufnahmen — mit meiner DJI Mini 5 Pro habe ich hier eines meiner Lieblingsbilder der gesamten Reise geschossen.
- Lorne: Süßes Küstenstädtchen mit guten Cafés. Der Erskine Falls Wasserfall ist einen kurzen Abstecher wert (10 Minuten vom Highway).
- Kennett River Koala Walk: Hier sind die Koalas. Direkt an der Straße, in den Bäumen. Einfach langsam fahren und nach oben schauen. Ich habe in 20 Minuten 8 Koalas gesehen — kein Zoo, keine Eintrittsgebühr.
Etappe 2: Apollo Bay → Port Campbell (100 km)
Hier verlässt die Straße die Küste und führt durch den Great Otway National Park — Regenwald mit meterhohen Farnen und Wasserfällen. Danach kommt der Abschnitt, wegen dem die meisten überhaupt hierher fahren:
- Twelve Apostles: Die Zwölf Apostel sind riesige Kalksteinfelsen im Meer, geformt durch Millionen Jahre Erosion. Tatsächlich stehen nur noch acht — der Rest ist eingestürzt. Der Aussichtspunkt ist kostenlos zugänglich, und bei Sonnenuntergang werden die Felsen golden. Drohnenflüge sind hier leider seit 2020 verboten (Nationalpark).
- Gibson Steps: Eine steile Treppe führt hinunter zum Strand direkt neben den Twelve Apostles. Von unten wirken die 70 Meter hohen Felsen noch imposanter. Achtung: Bei Flut wird der Strand überspült — Gezeiten checken!
- Loch Ard Gorge: Eine enge Schlucht, benannt nach einem Schiffswrack von 1878. Das türkise Wasser in der geschützten Bucht ist surreal schön — einer der fotogensten Orte, die ich je gesehen habe.
- London Arch: Ehemals London Bridge, bis der Bogen 1990 eingestürzt ist (zwei Touristen mussten per Helikopter gerettet werden). Trotzdem beeindruckend.
Etappe 3: Port Campbell → Allansford (65 km)
Der am wenigsten besuchte Abschnitt — und genau deshalb ruhig und entspannt. Die Bay of Islands hat ähnliche Felsformationen wie die Twelve Apostles, aber ohne die Massen. In Warrnambool kannst du zwischen Juni und September Südliche Glattwale von der Küste aus beobachten — kostenlos.
Mein Foto- und Video-Setup für die Great Ocean Road
Die Great Ocean Road ist ein Paradies für Fotografen. Mein Setup:
- Sony A7 IV mit 16-35mm f/2.8 für Weitwinkel-Landschaften
- DJI Mini 5 Pro für Luftaufnahmen der Küste (unter 249g = in den meisten Bereichen erlaubt)
- DJI Action 6 Pro als Dashcam im Auto montiert — die Zeitraffer der Küstenstraße sind genial
- ND-Filter: Unverzichtbar für Langzeitbelichtungen der Brandung (ND64 oder ND1000)
Drohnen-Hinweis: In Nationalparks (Twelve Apostles, Great Otway NP) sind Drohnen verboten. Dafür sind die Küstenabschnitte dazwischen legal und spektakulär von oben. Immer vorher auf der CASA-App checken.
Kosten — Was kostet die Great Ocean Road?
| Posten | Budget | Komfortabel |
|---|---|---|
| Mietwagen (4 Tage, ab Melbourne) | 180-280 € | 350-500 € |
| Benzin (ca. 500 km gesamt) | 50-70 € | 50-70 € |
| Unterkunft pro Nacht | 30-60 € (Hostel/Camping) | 120-250 € (Boutique) |
| Essen pro Tag | 25-40 € | 60-100 € |
| Twelve Apostles Helikopterflug | — | 130-200 € |
| Otway Fly Treetop Walk | — | ~22 € |
Gesamt für 4 Tage: 400-700 € (Budget) oder 1.000-2.000 € (komfortabel). Der Roadtrip selbst kostet quasi nichts — es gibt keine Maut und alle Aussichtspunkte sind kostenlos.
Praktische Tipps aus eigener Erfahrung
Wann fahren?
Die beste Zeit ist November bis März (australischer Sommer). Längere Tage = mehr Licht für Fotos. Aber selbst im Sommer kann es an der Küste frisch werden — immer eine Jacke dabeihaben. Im Winter (Juni-August) sind weniger Touristen da, dafür ist das Wetter unberechenbar und einige Wanderwege können gesperrt sein.
Wie viele Tage einplanen?
Mindestens 3 Tage, idealerweise 4-5. An einem Tag durchzufahren ist möglich, aber du verpasst 90% der Erfahrung. Die besten Momente — Koalas in Kennett River, Sonnenuntergang an den Twelve Apostles, Wanderung im Regenwald — brauchen Zeit.
Linksverkehr
Australien fährt links. Die kurvige Küstenstraße ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, besonders mit Gegenverkehr in engen Passagen. Mein Tipp: Den ersten Tag entspannt angehen und nicht auf den Gegenverkehr-Stress reinfallen. Nach 2-3 Stunden ist der Linksverkehr Routine.
Tanken nicht vergessen
Zwischen Apollo Bay und Port Campbell gibt es kaum Tankstellen. In Apollo Bay volltanken — der nächste Abschnitt ist der wildeste und schönste, und du willst nicht mit leerem Tank am Straßenrand stehen.
Great Ocean Road vs. andere Roadtrips — Mein ehrlicher Vergleich
| Roadtrip | Landschaft | Fotospots | Kosten | Gesamteindruck |
|---|---|---|---|---|
| Great Ocean Road (AUS) | ★★★★★ | ★★★★★ | ★★★★☆ | ★★★★★ |
| Route 1, Big Sur (USA) | ★★★★★ | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★★★☆ |
| Ring Road (Island) | ★★★★★ | ★★★★★ | ★★☆☆☆ | ★★★★☆ |
| Garden Route (Südafrika) | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★★★★ | ★★★★☆ |
Die Great Ocean Road gewinnt bei mir knapp vor der Ring Road in Island — hauptsächlich wegen des besseren Wetters und der Tierwelt (Koalas, Wale, Papageien direkt an der Straße).
FAQ — Great Ocean Road
Kann ich die Great Ocean Road auch als Tagesausflug ab Melbourne machen?
Technisch ja — viele Tourbusse bieten das an. Aber du hast dann maximal 30 Minuten an den Twelve Apostles und verpasst alles dazwischen. Wenn du nur einen Tag hast, fahr direkt zu den Twelve Apostles (3 Stunden von Melbourne über die Autobahn) und nimm die Küstenstraße zurück. Aber eigentlich: Nimm dir die Zeit.
Brauche ich einen Allradantrieb?
Nein. Die gesamte Great Ocean Road ist asphaltiert und in perfektem Zustand. Ein normaler Kleinwagen reicht völlig. Allrad brauchst du nur, wenn du auf Schotterpisten im Otway National Park abbiegen willst.
Sind Drohnen an der Great Ocean Road erlaubt?
Außerhalb der Nationalparks ja (unter 249g ohne Lizenz). In Nationalparks (Twelve Apostles, Loch Ard Gorge, Great Otway NP) sind Drohnen verboten — Strafe bis 11.000 AUD. Die Küstenabschnitte zwischen den Parks sind aber legal und liefern fantastische Perspektiven.
Wann ist der beste Sonnenuntergang an den Twelve Apostles?
Die Sonne geht im Sommer links (westlich) der Felsen unter — das perfekte Licht bekommst du zwischen 30 Minuten vor und 15 Minuten nach Sonnenuntergang. Komm mindestens 1 Stunde vorher, um einen guten Platz am Geländer zu bekommen. Der Parkplatz wird ab 17 Uhr voll.
Lohnt sich der Helikopterflug über die Twelve Apostles?
Wenn das Budget es hergibt: absolut. 15 Minuten kosten ca. 130-200 € pro Person, aber die Perspektive von oben ist eine komplett andere Welt. Die Formationen, die Farbkontraste zwischen Fels und Meer — das ist eines dieser Erlebnisse, die man nicht vergisst. Seit Drohnen im Park verboten sind, ist der Heli die einzige Möglichkeit für Luftaufnahmen.
Über den Autor: Max Haase ist Deutschlands reichweitenstärkster Travel Influencer mit über 4,2 Millionen Followern. Spezialisiert auf Drohnenaufnahmen und Luxusreisen. Kooperationsanfragen hier.






