Tauchen lernen auf Reisen — Meine Erfahrungen
Warum Tauchen lernen auf Reisen die beste Entscheidung ist
Es gibt Erfahrungen, die dein Reisen für immer verändern. Für mich war das Tauchen. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Tauchgang in Ägypten — dieses Gefühl, als ich zum ersten Mal unter Wasser geatmet habe und plötzlich eine komplett neue Welt vor mir lag. Korallen in Farben, die es an Land nicht gibt. Fischschwärme, die sich wie Wolken bewegen. Stille, obwohl alles lebt.
Seitdem habe ich meinen Tauchschein in über 15 Ländern eingesetzt, und ich kann ehrlich sagen: Tauchen hat die Art, wie ich Reiseziele auswähle, fundamental verändert. Früher habe ich nach schönen Stränden gesucht — heute suche ich nach dem, was unter der Oberfläche liegt.
Mein Weg zum Tauchschein — Die ehrliche Version
Der Open Water Diver Kurs
Den Open Water Diver (OWD) habe ich in Ägypten am Roten Meer gemacht — und das war eine bewusste Entscheidung. Das Rote Meer hat kristallklare Sicht (oft 30+ Meter), warmes Wasser (25-28°C) und eine unglaubliche Unterwasserwelt direkt vor der Haustür. Perfekte Bedingungen für Anfänger.
Der Kurs dauert 3-4 Tage und besteht aus drei Teilen: Theorie (entweder im Klassenzimmer oder als E-Learning vorab), Pool-Training (sogenannte „Confined Water Dives“) und vier Freiwasser-Tauchgänge. Die Theorie ist machbar, wenn auch trockener als erwartet — viel Physik und Medizin. Aber sobald ihr das erste Mal im offenen Wasser abtaucht, ist alles vergessen.
Was mich überrascht hat
Erstens: Das Atmen unter Wasser fühlt sich nach 5 Minuten völlig natürlich an. Der Körper gewöhnt sich erstaunlich schnell daran. Zweitens: Der Druckausgleich in den Ohren war anfangs mein größtes Problem — ich musste das erst lernen. Drittens: Nach dem Kurs war ich süchtig. Nicht „oh, das war nett“-süchtig, sondern „ich plane meine nächste Reise danach, wo ich tauchen kann“-süchtig.
Die besten Orte weltweit, um den Tauchschein zu machen
1. Hurghada/Marsa Alam, Ägypten
Meine Top-Empfehlung für den ersten Tauchschein. Das Rote Meer ist nicht ohne Grund eines der beliebtesten Tauchgebiete der Welt: warmes, klares Wasser, beeindruckende Korallenriffe direkt vom Ufer aus erreichbar, und die Preise sind deutlich günstiger als in Südostasien oder der Karibik.
Kosten OWD: 250-350 €
Wassertemperatur: 22-28°C
Sichtweite: 20-40 Meter
Highlight: Dugongs in Marsa Alam, Wracks in Hurghada
2. Koh Tao, Thailand
Koh Tao ist die inoffizielle Tauchschein-Hauptstadt der Welt. Die kleine Insel im Golf von Thailand hat mehr Tauchschulen pro Quadratkilometer als jeder andere Ort. Der Vorteil: Die Konkurrenz drückt die Preise, und viele Schulen bieten Pakete mit Unterkunft an.
Kosten OWD: 200-300 € (oft inkl. 2-3 Nächte Unterkunft)
Wassertemperatur: 27-30°C
Sichtweite: 5-20 Meter (variabel)
Highlight: Walhaie (selten, aber möglich), Riffhaie, Schildkröten
3. Gili-Inseln, Indonesien
Die drei Gili-Inseln neben Lombok sind ein Traum für Tauchanfänger. Keine Autos, keine Motorroller, kristallklares Wasser. Ich habe hier meinen Advanced Open Water gemacht und an einem einzigen Tag drei Schildkröten gesehen — einfach so, beim ganz normalen Tauchen.
Kosten OWD: 280-380 €
Wassertemperatur: 27-29°C
Sichtweite: 10-25 Meter
Highlight: Schildkröten-Garantie, Unterwasser-Skulpturen auf Gili Meno
4. Utila, Honduras
Utila ist der Geheimtipp für Budget-Taucher. Die kleine Karibikinsel ist einer der günstigsten Orte weltweit, um den Tauchschein zu machen, und gleichzeitig einer der besten Plätze, um Walhaie zu sehen. Die Backpacker-Atmosphäre auf der Insel ist unbezahlbar — abends sitzt man mit Tauchern aus aller Welt am Strand.
Kosten OWD: 200-280 €
Wassertemperatur: 26-29°C
Sichtweite: 15-30 Meter
Highlight: Walhaie (März-Juni und September-Dezember)
5. Kapverden
Die Kapverden überraschen unter Wasser genauso wie über Wasser. Vulkanische Felsformationen, Mantarochen, Ammenhaie — und kaum andere Taucher. Wer nach einem Ort sucht, der noch nicht von Tauch-Touristen überlaufen ist, findet ihn hier.
Kosten OWD: 350-450 €
Wassertemperatur: 22-27°C
Sichtweite: 15-30 Meter
Highlight: Große pelagische Fische, unberührte Tauchplätze
Kosten-Übersicht: Was Tauchen wirklich kostet
| Position | Kosten | Anmerkung |
|---|---|---|
| Open Water Diver (OWD) | 200-450 € | Je nach Land und Schule |
| Advanced Open Water (AOWD) | 200-350 € | 5 Spezialtauchgänge, 2 Tage |
| Fun Dives (pro Tauchgang) | 25-60 € | Inkl. Equipment-Leihe |
| Eigene Maske + Flossen | 80-200 € | Erste eigene Ausrüstung |
| Tauchcomputer | 150-500 € | Lohnt sich ab 30+ Tauchgängen |
| Unterwasserkamera (Einstieg) | 300-600 € | z.B. DJI Action 6 Pro mit UW-Gehäuse |
Meine Tauch-Ausrüstung als Creator
Unterwasser-Content ist eine eigene Disziplin. Meine normale Sony A7 IV kommt nicht mit unter Wasser (ein Unterwasser-Gehäuse dafür kostet schnell 2.000+ Euro). Stattdessen nutze ich meine DJI Action 6 Pro mit Unterwasser-Gehäuse — die Qualität ist für Social Media mehr als ausreichend, und die Kamera ist klein genug, um sie am Handgelenk oder an der Maske zu befestigen.
Für ambitionierte Unterwasser-Fotografie ist aber klar: Irgendwann kommt man an Action-Cams nicht vorbei und braucht eine richtige Unterwasser-Spiegelreflex. Das ist allerdings eine Investition von 3.000-5.000 Euro — lohnt sich nur, wenn Tauchen zum festen Bestandteil eures Contents wird.
7 Dinge, die ich gerne vorher gewusst hätte
1. Der Druckausgleich ist Übungssache
Mein größtes Anfänger-Problem. Der Trick: Schon beim Abtauchen alle 50 cm ausgleichen, nicht erst wenn es wehtut. Und niemals mit Erkältung tauchen — das kann im schlimmsten Fall das Trommelfell beschädigen.
2. Tarierung braucht Zeit
Schwerelosigkeit unter Wasser klingt cool, aber die Realität ist: Am Anfang sinkt man zu schnell oder schwebt nach oben. Gute Tarierung (perfekte Schwebe im Wasser) braucht 20-30 Tauchgänge Übung. Nicht frustrieren lassen.
3. Nicht jede Tauchschule ist gleich
Achtet auf PADI- oder SSI-Zertifizierung, fragt nach dem Verhältnis Schüler-zu-Instruktor (maximal 4:1 im Open Water), und googelt Reviews. Eine schlechte Tauchschule kann nicht nur die Erfahrung ruinieren, sondern im schlimmsten Fall gefährlich sein.
4. Die Kosten hören nach dem Schein nicht auf
Der OWD-Kurs ist erst der Anfang. Fun Dives kosten 25-60 Euro pro Stück, eigene Ausrüstung summiert sich schnell, und der Advanced Open Water steht als nächstes auf der Liste. Budget dafür einplanen.
5. Tauchen und Fliegen vertragen sich nicht
Nach dem letzten Tauchgang mindestens 18-24 Stunden warten, bevor ihr fliegt. Sonst riskiert ihr die Dekompressionskrankheit. Das bedeutet: Den letzten Tauchtag VOR dem Rückflugtag einplanen, nicht am selben Tag.
6. Sonnenschutz ist ein Thema
Herkömmliche Sonnencreme zerstört Korallen. Benutzt reef-safe Sonnenschutz ohne Oxybenzon und Octinoxat. Oder — noch besser — tragt ein langärmliges Rashguard. Schützt vor Sonne UND vor Quallen.
7. Die Sucht ist real
Ich kenne keinen einzigen Taucher, der nach dem Schein gesagt hat: „War nett, mache ich nie wieder.“ Tauchen verändert die Perspektive — im wörtlichen und übertragenen Sinn. Plant schon mal die nächste Tauchreise ein.
FAQ — Häufige Fragen zum Tauchen lernen
Muss man gut schwimmen können?
Ihr müsst 200 Meter am Stück schwimmen können und 10 Minuten Wassertreten schaffen. Das ist Teil der Voraussetzungen für den OWD. Kein Leistungsschwimmen, aber solide Schwimmfähigkeiten sollten vorhanden sein.
Ab welchem Alter kann man den Tauchschein machen?
Den Open Water Diver ab 10 Jahren (Junior OWD mit Einschränkungen), den vollen OWD ab 15 Jahren. Nach oben gibt es keine Grenze — ich habe 70-Jährige unter Wasser getroffen, die fitter waren als mancher 30-Jährige.
Ist Tauchen gefährlich?
Mit ordentlicher Ausbildung und Respekt vor den Regeln ist Tauchen statistisch sicherer als Autofahren. Die wichtigste Regel: Nie schneller auftauchen als die kleinsten Luftblasen. Und niemals alleine tauchen — immer mit Buddy.
Welchen Schein soll ich zuerst machen — PADI oder SSI?
Beide sind weltweit anerkannt und gleichwertig. PADI ist verbreiteter (mehr Tauchschulen weltweit), SSI hat den Vorteil, dass das E-Learning kostenlos ist. Wählt einfach die Tauchschule, die euch am besten gefällt — nicht die Organisation.
Kann ich mit Kontaktlinsen tauchen?
Ja, weiche Kontaktlinsen sind unter der Tauchermaske kein Problem. Harte Linsen können durch den Druck unangenehm werden. Alternativ gibt es Tauchmasken mit optischen Gläsern — aber für den Anfang reichen Kontaktlinsen völlig aus.
Über den Autor: Max Haase ist Deutschlands reichweitenstärkster Travel Influencer mit über 4,2 Millionen Followern. Spezialisiert auf Drohnenaufnahmen und Luxusreisen. Kooperationsanfragen hier.






