Sony A7 IV Review: Reisefotografie nach 3 Jahren Praxis
Warum ich von Canon zu Sony gewechselt bin — und nie zurückgeschaut habe
Die Sony A7 IV ist seit über drei Jahren mein täglicher Begleiter auf Reisen. Drei Jahre, in denen ich sie durch viele Länder geschleppt habe — von den albanischen Alpen bis in die saudi-arabische Wüste. Sie hat Sandstürme, Tropenregen, Salzwassernebel und mehr Flughafen-Sicherheitskontrollen überlebt, als ich zählen kann. Dieses Review ist kein Labortest. Es ist ein Erfahrungsbericht aus dem echten Leben eines professionellen Reisefotografen mit über 4 Millionen Followern.
- Kernspezifikation: 33 MP Vollformat-Sensor (BSI), 759 Phasen-AF-Punkte, 4K/60fps 10-Bit 4:2:2 intern, ISO 100-51.200, 659 g Gewicht, circa 2.500 Euro Straßenpreis.
- Praxis-Test: Seit über drei Jahren in vielen Ländern im Einsatz – von den albanischen Alpen bis in die saudi-arabische Wüste; Sandstürme, Tropenregen und Salzwasser überstanden.
- Autofokus-Vorteil: Echtzeit-Tracking hält bei bewegten Motiven wie Tieren das Auge zuverlässig im Fokus.
- Auflösungs-Logik: 33 MP als Sweet Spot: 3.000-5.000 Fotos pro 3-Wochen-Trip ergeben 150-250 GB RAW, bei 61 MP wäre es doppelt so viel – kein Auftraggeber verlangt mehr.
- Schwachstellen: Video-Überhitzung bei 4K/60fps in praller Sonne nach 30-40 Minuten Abschaltung; ansonsten ISO bis 3200 rauschfrei, bis 6400 social-tauglich, 12800 noch rettbar.
Bevor ich zur Sony kam, habe ich mit Canon fotografiert. Die 5D Mark IV war jahrelang mein Arbeitstier. Der Wechsel zu Sony fiel mir nicht leicht — ich hatte eine Bibliothek an Canon-Objektiven, kannte jedes Menü blind. Aber die Argumente für Sony waren einfach zu stark. Hier ist, was mich überzeugt hat — und was mich nach wie vor stört.
Technische Daten: Was die Sony A7 IV mitbringt
- Sensor: 33 MP Vollformat Exmor R CMOS (rückseitig belichtet)
- Prozessor: BIONZ XR
- ISO-Bereich: 100-51.200 (erweiterbar auf 50-204.800)
- Autofokus: 759 Phasen-AF-Punkte, Echtzeit-Tracking für Menschen, Tiere, Vögel
- Verschluss: Mechanisch 1/8000s, Elektronisch 1/8000s (lautlos)
- Video: 4K/60fps 10-Bit 4:2:2 intern, S-Log3, HLG
- Display: 3 Zoll vollständig schwenkbar
- Kartenslots: CFexpress Type A + SD UHS-II (Dual Slot)
- Gewicht: 659 g (mit Akku und Speicherkarte)
- Preis: Circa 2.500 Euro (UVP 2.799 Euro, gebraucht ab 1.800 Euro)
Der 33-MP-Sensor: Der Sweet Spot für Reisefotografie
33 Megapixel klingt im Zeitalter der 61-MP-A7R V fast bescheiden. Aber für Reisefotografie ist das exakt der Sweet Spot — und ich erkläre dir warum. Mehr Megapixel bedeuten größere Dateien, die mehr Speicherplatz und mehr Rechenleistung für die Bearbeitung brauchen. Auf einer dreiwöchigen Reise schieße ich 3.000 bis 5.000 Bilder. Bei 33 MP sind das circa 150-250 GB RAW-Daten. Bei 61 MP wären es doppelt so viel — und mein MacBook Pro würde bei der Bearbeitung in Lightroom deutlich langsamer reagieren.
Gleichzeitig sind 33 MP genug, um großformatig zu drucken (locker bis A2), großzügig zu croppen (für Instagram-Reels aus Querformat-Bildern) und genug Detail für jeden redaktionellen Zweck zu haben. Kein Tourism Board, kein Hotel und kein Magazin hat jemals gesagt: „Die Auflösung reicht nicht.“ 33 MP reichen für nahezu alle professionellen Anwendungen.
Der rückseitig belichtete CMOS-Sensor (BSI) liefert eine exzellente High-ISO-Performance. Bis ISO 3200 sind die Bilder praktisch rauschfrei, bis ISO 6400 für Social Media absolut brauchbar, und selbst ISO 12800 lässt sich in Lightroom mit der AI-Rauschreduzierung noch retten. Das bedeutet: In Restaurants, bei Nachtmärkten, in schlecht beleuchteten Moscheen — überall, wo kein Blitz erlaubt ist — liefert die A7 IV brauchbare Ergebnisse.
Autofokus: Der wahre Gamechanger
Wenn mich jemand fragt, was der einzelne größte Vorteil der Sony A7 IV gegenüber meiner alten Canon 5D Mark IV ist, ist die Antwort immer: der Autofokus. Der Echtzeit-Tracking-AF mit 759 Phasen-AF-Punkten verfolgt Gesichter, Augen, Tiere und sogar Vögel im Flug mit einer Trefferquote, die an Zauberei grenzt.
Ein Beispiel aus der Praxis: Safari-Szenen mit schnellen Tieren in hohem Gras. Der AF erkennt das Auge und hält es, auch wenn das Tier zeitweise vom Gras verdeckt ist — genau dort kam meine alte Canon 5D Mark IV spürbar öfter ins Straucheln.
Im Alltag als Reisefotograf ist der Augen-AF bei Porträts ein Segen. Ich kann mich voll auf Komposition und den Moment konzentrieren, ohne mir Sorgen um die Schärfe zu machen. Bei Straßenfotografie in Marrakesch, bei Events in Dubai, bei Porträts am Strand — der Fokus sitzt, jedes Mal.
Video: Die A7 IV als Hybrid-Maschine
4K/60fps in 10-Bit 4:2:2 intern — das war 2021/22 in dieser Klasse noch selten. Und es ist nach wie vor beeindruckend. Die interne Aufnahme bedeutet: Kein externer Recorder nötig, kein HDMI-Kabel das im Weg hängt, kein zusätzliches Gerät das Strom braucht. Für einen Reise-Creator, der mit einer Hand die Kamera hält und mit der anderen einen Gimbal steuert, ist das Gold wert.
S-Log3 gibt mir maximalen Dynamikumfang in der Postproduktion. In DaVinci Resolve kann ich Highlights und Schatten nach Belieben anpassen, ohne dass das Bild auseinanderfällt. Für Social Media nutze ich allerdings meistens HLG (Hybrid Log-Gamma) — das sieht direkt aus der Kamera schon gut aus und spart mir Grading-Zeit.
Der Rolling-Shutter-Effekt bei schnellen Schwenks ist der einzige nennenswerte Nachteil im Video-Modus. Er ist geringer als bei der A7 III, aber noch vorhanden. Für ruhige, cinematische Aufnahmen spielt das keine Rolle — für schnelle Action (Kitesurfen, Mountainbiken) nutze ich ohnehin die DJI Osmo Action 6.
Ergonomie und Verarbeitung
Das schwenkbare Display
Das vollständig schwenkbare Display war ein Hauptgrund für meinen Wechsel von der A7 III (die nur ein kippbares Display hatte). Für Vlogs drehe ich das Display nach vorne, für Bodenaufnahmen nach unten, für Überkopf-Aufnahmen nach oben. Es klingt wie ein kleines Feature, aber es verändert die Art, wie du fotografierst, fundamental. An einem typischen Shooting-Tag nutze ich das schwenkbare Display wahrscheinlich 50 Mal.
Wetterversiegelung
Die A7 IV ist gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet — auf dem gleichen Level wie die A7R IV. In der Praxis bedeutet das: Leichter Regen, Nebel, Gischt am Meer, Staub in der Wüste — alles kein Problem. Ich habe bei Tropenregen auf den Philippinen fotografiert (mit einem regenfesten Objektiv) und die Kamera hat keinen Mucks gemacht. Natürlich würde ich sie nicht absichtlich in einen Monsun halten, aber für reale Reisebedingungen ist die Versiegelung ausreichend.
Akkuleistung
Der NP-FZ100 Akku hält circa 580 Bilder nach CIPA-Standard. In der Praxis komme ich auf 600 bis 800 Fotos pro Akku, je nach Nutzung des Displays und WiFi-Transfers. Auf einem vollen Shooting-Tag verbrauche ich zwei bis drei Akkus. Ich habe immer vier dabei — zwei Originale von Sony und zwei günstigere von Nitecore, die genauso gut funktionieren.
Meine Objektiv-Kombination für Reisen
Tamron 17-28mm f/2.8 — für Landschaft und Architektur
Dieses Objektiv ist mein Standard für Landschaften, Architektur und enge Altstadtgassen. Es ist scharf bis in die Ecken, schnell fokussierend und mit 17 mm weit genug für Innenräume und Panoramen. Die f/2.8-Maximalblende reicht für Nachtaufnahmen in Städten.
Tamron 50-400mm f/4.5-6.3 — für Tiere und weite Distanzen
Für Safari, Wildlife und weit entfernte Motive greife ich zum Tamron 50-400mm mit Bildstabilisator. Es ist perfekt für Tiere, komprimierte Landschaften und Porträts mit Freistellung. Den Bereich dazwischen deckt das Tamron 28-200 ab (siehe unten).
Was mich an der Sony A7 IV stört — ehrlich gesagt
Das Menü-System: Sony hat das Menü über die Generationen deutlich verbessert, aber es ist immer noch nicht so intuitiv wie bei Canon oder Nikon. Ich kenne mittlerweile jeden Menüpunkt blind, aber Einsteiger werden die ersten zwei Wochen fluchen.
Kein integriertes GPS: Für einen Reisefotografen ist es unfassbar, dass Sony 2022 keinen GPS-Chip in eine 2.500-Euro-Kamera eingebaut hat. Ich muss meine Bilder manuell geotaggen oder die Sony Imaging Edge App nutzen, die (gelinde gesagt) nicht gut funktioniert. Meine DJI-Drohne hat GPS. Mein iPhone hat GPS. Meine Sony nicht. Das ist absurd.
CFexpress Type A Kartenpreise: Sony verwendet das CFexpress Type A Format, das deutlich weniger Hersteller anbieten als Type B. Eine 160-GB-Karte kostet circa 250 Euro — mehr als doppelt so viel wie eine vergleichbare CFexpress Type B Karte. Der SD-Slot im zweiten Schacht federt das etwas ab, aber es bleibt ein kostspieliges Ökosystem.
Video-Überhitzung: Bei 4K/60fps in praller Sonne schaltet sie nach circa 30-40 Minuten wegen Überhitzung ab. Für kurze Clips (unter 10 Minuten) ist das kein Problem, für längere Interview-Aufnahmen oder Events schon. Die A7S III ist hier deutlich besser, aber auch eine reine Video-Kamera.
Kein Selfie-Autofokus im Video: Wenn das Display nach vorne gedreht ist und du dich selbst filmst, fokussiert die Kamera manchmal auf den Hintergrund statt auf dich. Touch-Tracking löst das meist, aber es ist ein unnötiger Extra-Schritt.
Sony A7 IV vs. die Konkurrenz in 2026
vs. Canon R6 Mark II (circa 2.500 Euro): Bessere Video-Features (4K/60fps oversampled, Dual Pixel CMOS AF II), aber das Canon RF-Objektivsystem hat weniger kompakte Reise-Zooms als Sony. Für reine Videografen die bessere Wahl, für Hybridshooter auf Reisen bevorzuge ich Sony wegen der Objektivauswahl.
vs. Nikon Z6 III (circa 2.700 Euro): Neuer, mit teilweise gestapeltem Sensor für besseren Rolling Shutter. Bildqualität auf Augenhöhe. Aber das Nikon Z-Objektivsystem ist kleiner als Sony E-Mount, und Drittanbieter-Optionen (Tamron, Sigma) sind bei Sony umfangreicher.
vs. Sony A7C II: Gleicher Sensor, AF mit zusätzlicher KI-Erkennung, kleineres Gehäuse. Der Kompromiss: Kleinerer Sucher, weniger Bedienelemente. Wenn Kompaktheit über alles geht, ist die A7C II die bessere Wahl. Wenn du viel manuell einstellst und den Sucher häufig nutzt, bleib bei der A7 IV.
Mein Fazit nach drei Jahren Sony A7 IV
Die Sony A7 IV ist die beste Allround-Kamera für Reisefotografen, die auch Video machen. Der Autofokus ist Weltklasse, die Bildqualität herausragend, der Hybrid-Ansatz (Foto plus Video in einem Body) funktioniert nahtlos. Die Schwächen — kein GPS, das Menü, die Kartenpreise — sind real, aber keine Dealbreaker.
Würde ich sie 2026 noch kaufen? Ja, besonders jetzt, wo sie gebraucht ab 1.800 Euro zu haben ist. Die A7 V gibt es inzwischen, aber die A7 IV hat noch mindestens drei bis vier Jahre professionelles Leben vor sich. 33 Megapixel werden nicht plötzlich zu wenig, und der Autofokus ist durch Firmware-Updates nur noch besser geworden.
Meine Bewertung: 8.5 von 10. Der fehlende Punkt: GPS und Video-Überhitzung. Den halben Punkt: die CFexpress-Preise.
Pflege und Wartung auf Reisen
Eine Vollformat-Kamera wie die Sony A7 IV ist kein billiges Spielzeug, und auf Reisen wird sie deutlich mehr beansprucht als im heimischen Studio. Hier meine Pflege-Routine, die sich über die Jahre bewährt hat:
Sensorreinigung alle zwei bis drei Wochen mit einem Blasebalg und bei Bedarf mit feuchten Sensor-Swabs. In staubigen Umgebungen wie der Sahara oder der Atacama-Wüste reinige ich den Sensor sogar täglich. Objektivwechsel immer mit dem Body nach unten, damit kein Staub auf den Sensor fällt. Abends wische ich das Gehäuse mit einem Mikrofasertuch ab und trockne eventuelle Feuchtigkeit. Bei Tropenreisen lege ich Silica-Gel-Beutel in die Kameratasche, um Kondenswasser zu vermeiden — das hat mir auf den Philippinen wahrscheinlich eine teure Reparatur erspart.
Die Sony A7 IV funktioniert auch nach intensivem Einsatz wie am ersten Tag. Sony gibt keinen offiziellen Verschluss-Lebenszyklus für die A7 IV an; wenn der mechanische Verschluss irgendwann ausfällt, bleibt der elektronische Verschluss als Rückfall.
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Passend dazu: Content Creator Equipment 2026: mein komplettes Setup und der Einstieg-Guide Travel Content Creator werden.
Stand Oktober 2026: Die Sony A7 IV ist weiterhin als Zweit-Body auf wichtigen Reisen im Einsatz. Sie begleitet mich mit 33 Megapixeln, 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde und ihrem zuverlässigen Autofokus. Im aktuellen Setup steht zwar die Sony A7V an erster Stelle, doch die A7 IV bleibt eine bewährte Vollformatkamera für Foto und Video. Einen breiteren Vergleich nach Erfahrungsstufe und Einsatzzweck bietet der Guide zu den besten Kameras für Reise-Content-Creator.
| Eigenschaft | Sony A7 IV | Einordnung |
|---|---|---|
| Sensor | 33 MP Vollformat Exmor R CMOS, rückseitig belichtet | Genug Auflösung für Drucke bis A2, deutliche Ausschnitte und redaktionelle Anwendungen |
| Autofokus | 759 Phasen-AF-Punkte; Echtzeit-Tracking für Menschen, Tiere und Vögel | Hält das Auge auch bei schnellen Tieren im Fokus |
| Video | 4K/60fps, 10-Bit 4:2:2 intern, S-Log3 und HLG | Foto und Video lassen sich mit einem Body produzieren |
| ISO-Bereich | ISO 100–51.200, erweitert 50–204.800 | Bis ISO 3200 praktisch rauschfrei, bis ISO 6400 für Social Media brauchbar |
| Display | 3 Zoll, vollständig schwenkbar | Nach vorn für Vlogs sowie für Aufnahmen in Boden- und Überkopfposition drehbar |
| Speicherkarten | CFexpress Type A und SD UHS-II, Dual Slot | RAW und JPEG können für ein Backup auf getrennte Karten geschrieben werden |
| Gewicht | 659 g mit Akku und Speicherkarte | Mit Objektiv wiegt eine Vollformat-Ausrüstung schnell mehr als 1,2 kg |
| Akku | NP-FZ100, circa 580 Bilder nach CIPA | In der Praxis sind je nach Display- und WLAN-Nutzung 600 bis 800 Fotos möglich |
Sony A7 IV Reisezoom Objektiv: eine Linse für viele Motive
Wer auf Reisen möglichst selten das Objektiv wechseln möchte, findet im Tamron 28-200mm f/2.8-5.6 Di III RXD mein vielseitigstes Reisezoom. Es reicht von Porträts und Street Photography bis zur Tierfotografie auf mittlere Distanz. Der große Brennweitenbereich steckt in einem kompakten Gehäuse; wenn Gewicht gespart werden soll, ist dieses Tamron deshalb oft das einzige Objektiv in meinem Rucksack. Zusammen mit der A7 IV entsteht eine flexible Kombination für wechselnde Motive, ohne mehrere Objektive für jeden Spaziergang mitzunehmen.
Das Reisezoom ersetzt dennoch nicht jede Speziallinse. Für Landschaften, Architektur, enge Altstadtgassen und wenig Licht nutze ich das Tamron 17-28mm f/2.8. Bei Safari, Wildlife und weit entfernten Motiven greife ich zum Tamron 50-400mm f/4.5-6.3 mit Bildstabilisator. Die drei Bereiche ergänzen sich vom Ultraweitwinkel bis 400mm. Wer leicht unterwegs sein will, kann dagegen mit dem 28-200mm beginnen und erst später anhand der eigenen Motive entscheiden, ob mehr Weitwinkel oder Tele tatsächlich nötig ist.
Das ist auch unterwegs praktisch: Weniger Objektivwechsel bedeuten weniger Handgriffe, wenn sich Licht oder Szene schnell verändern. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt daher nicht von einer möglichst langen Einkaufsliste ab, sondern von den geplanten Bildern. Landschaft und Architektur stellen andere Anforderungen als Tiere auf große Distanz.
Vollformat-Reisekamera: Gewicht realistisch planen
Der Body der Sony A7 IV wiegt mit Akku und Speicherkarte 659 Gramm. Für die Reiseplanung zählt jedoch die komplette Kombination: Mit Objektiv kommt die A7 IV schnell auf mehr als 1,2 Kilogramm. Dazu können Ersatzakkus, zwei Speicherkarten, Filter und ein Stativ kommen. Ich nehme vier NP-FZ100-Akkus mit, weil ein voller Shooting-Tag zwei bis drei Akkus verbrauchen kann. Kamera und Objektive gehören bei Flugreisen ins Handgepäck und nicht in den aufgegebenen Koffer.
Gewicht lässt sich vor allem über die Auswahl statt über fehlende Absicherung reduzieren. Ein einziges 28-200mm-Reisezoom deckt die meisten Reisesituationen ab. Bei wichtigen Produktionen sorgen dagegen zwei Kartenslots für Sicherheit: RAW-Dateien werden auf CFexpress Type A geschrieben, JPEG-Backups auf SD. Für ein vollständiges Gepäckkonzept helfen meine bewährten Reise-Gadgets. Eine Drohne erweitert die Perspektive, ist aber ein eigener Teil der Ausrüstung; die DJI Mini 5 Pro für Reisen wiegt unter 250 Gramm.
- Für möglichst wenig Gepäck: A7 IV und 28-200mm als vielseitige Ein-Objektiv-Kombination.
- Für Landschaft und Architektur: das kompakte 17-28mm mit durchgehender Blende f/2.8.
- Für Safari und Wildlife: das 50-400mm mit Bildstabilisator für entfernte Motive.
- Für wichtige Aufträge: Dual-Slot-Aufzeichnung und genügend Akkus nicht zugunsten weniger Gewicht streichen.
Sony A7 IV für Einsteiger: sinnvoll oder zu viel?
Die A7 IV kann ein Einstieg in das Sony-Vollformatsystem sein, ist aber nicht automatisch der beste erste Schritt für jeden. Das Menü ist weniger intuitiv als bei Canon oder Nikon und kann in den ersten Wochen Eingewöhnung verlangen. Gleichzeitig helfen der Augen-Autofokus und das Echtzeit-Tracking dabei, sich auf Motiv, Licht und Bildaufbau zu konzentrieren. Drei gespeicherte Custom-Setups für Landschaft, Porträt und Action verkürzen den Weg zu häufig verwendeten Einstellungen.
Wer hauptsächlich Social-Media-Inhalte bei normalem Licht erstellt, braucht nicht zwingend Vollformat. Ein Smartphone oder eine APS-C-Kamera kann dafür ausreichen. Vollformat wird vor allem bei wenig Licht, für stärkere Kontrolle der Hintergrundunschärfe und für Print interessant. Wichtiger als der Body bleiben Licht, Komposition und Timing. Einsteiger sollten daher gezielt erweitern, sobald das vorhandene Equipment eine konkrete Aufnahme begrenzt, statt sofort ein komplettes Profi-Setup nachzubauen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die Sony A7 IV gut genug für professionelle Aufträge?
Absolut. Ich fotografiere damit für internationale Tourism Boards und Premium-Marken. Die Bilder erscheinen in Magazinen, auf Billboards und in Social-Media-Kampagnen mit Millionenreichweite. 33 Megapixel und 10-Bit Video reichen für jede professionelle Anwendung, die mir je begegnet ist.
Lohnen sich teurere Objektive gegenüber günstigeren?
Für professionelle Arbeit lohnt sich oft das lichtstärkere, höherwertige Modell: Der Unterschied in Schärfe, Bokeh-Qualität und Autofokus-Geschwindigkeit ist sichtbar, besonders an den Bildrändern und bei Offenblende. Für Hobbyisten und Einsteiger sind günstigere Objektive absolut ausreichend.
Kann ich mit der Sony A7 IV auch Astrofotografie machen?
Ja, und zwar erstaunlich gut. Mit dem Weitwinkelobjektiv bei f/2.8, ISO 3200 und 15 Sekunden Belichtung bekommst du beeindruckende Milchstraßen-Aufnahmen. Der BSI-Sensor hält das Rauschen bei diesen ISO-Werten gut unter Kontrolle. Auf Lanzarote habe ich einige meiner besten Astro-Fotos mit genau diesem Setup gemacht.
Wie schwer ist die Umstellung von Canon/Nikon auf Sony?
Die ersten zwei Wochen sind frustrierend — das Menü-System ist anders aufgebaut, die Knöpfe sitzen woanders, und die Logik hinter den Custom-Tasten erschließt sich nicht sofort. Nach einem Monat bist du drin. Mein Tipp: Konfiguriere sofort drei Custom-Setups (C1, C2, C3) für deine häufigsten Shooting-Szenarien (Landschaft, Porträt, Action) und nutze das Custom-Rad exzessiv.
Brauche ich zusätzlich zur Sony A7 IV noch eine Drohne?
Ja. Eine Kamera und eine Drohne ergänzen sich perfekt — die Kamera für Augenhöhe, die Drohne für die Vogelperspektive. Meine DJI Mini 5 Pro wiegt unter 250 Gramm und passt in die Jackentasche. Die Kombination aus beiden Geräten hat mein Content-Angebot komplett verändert und ist heute der Hauptgrund, warum Tourism Boards mich buchen.
Kann ich die Sony A7 IV auf Reisen mit nur einem Objektiv nutzen?
Ja. Ich nehme das Tamron 28-200mm f/2.8-5.6 oft als einziges Objektiv mit, wenn ich Gewicht sparen möchte. Es deckt Porträts, Street Photography und Tiermotive auf mittlere Distanz ab. Für sehr weite Landschaften oder weit entferntes Wildlife bleiben Spezialobjektive die passendere Ergänzung.
Wie sichere ich Fotos schon während der Aufnahme doppelt?
Die A7 IV besitzt einen Dual Slot für CFexpress Type A und SD UHS-II. Ich schreibe RAW-Dateien auf die schnelle CFexpress-Karte und parallel ein JPEG-Backup auf die SD-Karte. So existiert bereits in der Kamera eine zweite Fassung der Aufnahme.
Wie viele Akkus gehören für einen Shooting-Tag ins Gepäck?
In der Praxis erreiche ich 600 bis 800 Fotos pro NP-FZ100-Akku und verbrauche an einem vollen Shooting-Tag zwei bis drei Akkus. Ich reise mit vier Exemplaren. Die tatsächliche Reichweite hängt unter anderem davon ab, wie häufig Display und WLAN-Transfer genutzt werden.
Wann ist eine Action-Cam statt der Sony A7 IV praktischer?
Beim Kitesurfen, Schnorcheln, Mountainbiken und auf Klettersteigen ist eine kleine, wasserdichte und stabilisierte Action-Cam die robustere Wahl. Die A7 IV bleibt das Werkzeug für hochwertige Foto- und Videoaufnahmen; die Action-Cam ergänzt sie dort, wo eine Vollformatkamera zu groß, schwer oder empfindlich ist.




