Australien Ostküste vs. Westküste — Welche Route? [2026]
Ostküste oder Westküste — Die große Australien-Frage
Wenn du Australien planst, kommt früher oder später die Frage: Ostküste oder Westküste? Ich habe beides gemacht — drei Wochen Ostküste von Sydney bis Cairns und zwei Wochen Westküste von Perth bis Broome — und die Antwort ist weniger eindeutig, als die meisten denken.
- Ostküste: Sydney → Cairns (2.500 km): Bondi, Byron Bay, Fraser Island, Whitsundays und Great Barrier Reef — Bus & Bahn möglich, viele Backpacker.
- Westküste: Perth → Broome (2.400 km): Pinnacles Desert, Shark Bay, Ningaloo Reef (Schnorcheln vom Strand) und Karijini-Schluchten — Mietwagen Pflicht.
- Budget-Vergleich: 3 Wochen Ostküste 2.500-4.000 €, Westküste 3.500-6.000 € — Flug DE → AUS identisch bei 800-1.200 € Hin/Rück.
- Beste Reisezeit: Ostküste September-November oder März-Mai, Westküste April-Oktober (Trockenzeit) — Nord niemals im Sommer (45 °C+, gesperrte Straßen).
- Empfehlung: Erstes Mal Australien + Reef + kleines Budget = Ostküste; Fotografie, Einsamkeit, Roadtrip = Westküste; 5-6 Wochen = beides kombinieren.
Die Kurzfassung: Die Ostküste ist einfacher, geselliger und hat das Great Barrier Reef. Die Westküste ist wilder, einsamer und hat die Landschaften, bei denen mir die Kinnlade runtergefallen ist. Beide sind spektakulär — aber komplett unterschiedlich.
Australien Ostküste — Das Rundum-Paket
Route: Sydney → Cairns (ca. 2.500 km)
Die klassische Ostküsten-Route ist der Backpacker-Highway Australiens. Gut ausgebaut, überall Hostels und Tourbusse, und die Highlights sind wie auf einer Perlenkette aufgereiht:
- Sydney: Harbour Bridge, Bondi Beach, Opernhaus — 2-3 Tage mindestens
- Byron Bay: Surfer-Vibe, Hippie-Märkte, der östlichste Punkt Australiens. Hier triffst du gefühlt jeden zweiten Backpacker wieder.
- Gold Coast: Hochhäuser, Surfstrände, Party. Nicht mein Ding, aber für 1-2 Tage ganz okay.
- Fraser Island: Die größte Sandinsel der Welt. Nur mit Allrad befahrbar, wilde Dingos, türkise Süßwasserseen mitten im Sand — eines meiner Australien-Highlights.
- Whitsunday Islands: Whitehaven Beach hat den weißesten Sand, den ich je gesehen habe. Segeltörn für 2-3 Tage buchen — das lohnt sich.
- Great Barrier Reef: Das weltgrößte Korallenriff. Schnorcheln oder Tauchen ab Cairns oder Airlie Beach. Tauchen ist besser — die besten Spots liegen tiefer als Schnorcheltiefe.
- Cairns: Tor zum Reef und zum Daintree Rainforest, dem ältesten Regenwald der Welt (über 100 Millionen Jahre alt).
Vorteile Ostküste
- Einfache Infrastruktur — Busse, Züge, überall Unterkünfte
- Great Barrier Reef ist einzigartig auf der Welt
- Social: Du triffst überall andere Reisende
- Mehr Nightlife und Städte
- Billiger (mehr Wettbewerb = niedrigere Preise)
Nachteile Ostküste
- Touristisch — besonders zwischen Byron Bay und Cairns
- Weniger „echtes“ Australien-Gefühl
- Einige Spots (Byron Bay, Whitsundays) sind Instagram-überlaufen
Australien Westküste — Die wilde Seite
Route: Perth → Broome (ca. 2.400 km)
Die Westküste ist das Australien, das ich mir vorgestellt hatte, bevor ich dort war: endlose Weiten, rote Erde, kaum Menschen, und Landschaften, die aussehen wie von einem anderen Planeten. Die Route:
- Perth: Eine der isoliertesten Großstädte der Welt. Rottnest Island mit den Quokkas (die freundlichsten Tiere der Welt) ist Pflicht.
- Pinnacles Desert: Tausende Kalksteinsäulen in einer Wüstenlandschaft — surreal, besonders bei Sonnenaufgang. Perfekt für Drohnenaufnahmen.
- Shark Bay: Monkey Mia, wo wilde Delfine jeden Morgen an den Strand schwimmen. Plus: Stromatoliten — die ältesten Lebensformen der Erde (3,5 Milliarden Jahre).
- Ningaloo Reef: Australiens anderes Riff — aber du kannst direkt vom Strand aus schnorcheln (kein Boot nötig). Zwischen März und Juli schwimmst du mit Walhaien. Für mich ehrlich gesagt beeindruckender als das Great Barrier Reef.
- Karijini National Park: Enge Schluchten mit rotem Fels und smaragdgrünen Naturpools. Das Wandern durch die Schluchten war eines der intensivsten Naturerlebnisse meines Lebens.
- Broome: Cable Beach bei Sonnenuntergang, Kamele am Strand, der rote Fels trifft auf türkises Meer. Ein perfekter Endpunkt.
Vorteile Westküste
- Deutlich weniger Touristen — oft bist du allein
- Wildere, dramatischere Landschaften
- Ningaloo Reef direkt vom Strand (statt Boot)
- Bessere Drohnen-Spots (weniger Einschränkungen, epischere Landschaften)
- „Echtes“ Australien-Gefühl
Nachteile Westküste
- Mietwagen ist Pflicht — kein Bussystem
- Lange Strecken zwischen den Highlights (teilweise 500+ km Wüste)
- Teurer (weniger Wettbewerb, teureres Benzin)
- Weniger Backpacker-Infrastruktur
- Einsamkeit — wer Social sucht, ist falsch
Der direkte Vergleich — Ostküste vs. Westküste
| Kriterium | Ostküste | Westküste |
|---|---|---|
| Landschaft | Strände, Regenwald, Riff | Wüste, Schluchten, rote Erde |
| Reisetyp | Backpacker, Gruppenreise | Roadtrip, Individualreise |
| Budget (3 Wochen) | 2.500-4.000 € | 3.500-6.000 € |
| Transport | Bus/Bahn möglich | Mietwagen Pflicht |
| Tauchen/Schnorcheln | Great Barrier Reef (Boot) | Ningaloo Reef (vom Strand) |
| Drohnen-Spots | Gut (aber mehr Einschränkungen) | Herausragend (weniger Verbote) |
| Social/Nightlife | ★★★★★ | ★★☆☆☆ |
| Einsamkeit/Wildnis | ★★☆☆☆ | ★★★★★ |
| Tierwelt | Koalas, Krokodile, Wale | Walhaie, Quokkas, Delfine |
| Fotopotenzial | ★★★★☆ | ★★★★★ |
Kosten-Vergleich für 3 Wochen
| Posten | Ostküste | Westküste |
|---|---|---|
| Flug DE → AUS (Hin/Rück) | 800-1.200 € | 800-1.200 € |
| Transport (3 Wochen) | 400-800 € (Bus/Mietwagen) | 800-1.400 € (Mietwagen+Benzin) |
| Unterkunft pro Nacht | 25-60 € (Hostel/AirBnB) | 40-100 € (Camping/Motel) |
| Essen pro Tag | 25-50 € | 30-60 € |
| Aktivitäten gesamt | 300-600 € (Reef-Trip, Fraser Island) | 200-500 € (Walhai-Tour, Parks) |
| Gesamt | 2.500-4.000 € | 3.500-6.000 € |
Meine Empfehlung — Wer sollte wohin?
Ostküste, wenn du…
- Zum ersten Mal in Australien bist
- Das Great Barrier Reef auf deiner Bucket List hast
- Andere Reisende treffen willst
- Ein kleines Budget hast
- Keinen Mietwagen fahren willst
Westküste, wenn du…
- Schon einmal in Australien warst
- Einsamkeit und Wildnis suchst
- Fotografieren oder filmen willst (bessere Spots, weniger Einschränkungen)
- Roadtrip-Fan bist
- Das „echte“ Australien erleben willst
Beides kombinieren?
Wenn du 5-6 Wochen Zeit hast: Mach beides. Fliege nach Sydney, arbeite dich hoch nach Cairns, dann Inlandsflug nach Perth und runter nach Broome (oder umgekehrt). Inlandsflüge gibt es mit Jetstar oder Virgin ab ca. 80-150 €. So bekommst du das volle Australien-Erlebnis.
FAQ — Australien Ostküste vs. Westküste
Wie lange sollte ich für jede Küste einplanen?
Ostküste: Mindestens 3 Wochen (Sydney → Cairns). Westküste: Mindestens 2 Wochen (Perth → Broome). Weniger ist möglich, aber dann verpasst du zu viel und die Fahrtage fressen die Erlebniszeit.
Brauche ich ein Visum für Australien?
Ja. Als Deutscher beantragst du das eVisitor (Subclass 651) — kostenlos, komplett online, Bearbeitung dauert 1-2 Tage. Gültig für bis zu 3 Monate. Für längere Aufenthalte brauchst du ein anderes Visum.
Ist die Westküste gefährlich (Wildnis, keine Hilfe)?
Mit gesundem Menschenverstand nicht. Aber: Immer genug Wasser und Benzin mitnehmen (Empfehlung: 10 Liter Wasser pro Person als Reserve), dem Navi nicht blind vertrauen (Google Maps schickt dich manchmal auf unbefestigte Straßen), und bei Wanderungen in Schluchten nie allein gehen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Ostküste: September-November oder März-Mai (Zwischensaison — weniger Touristen, gutes Wetter). Den tropischen Norden (Cairns) im Sommer (Dez-Feb) meiden — Monsunzeit.
Westküste: April-Oktober (Trockenzeit). Den Norden (Broome, Karijini) nie im Sommer besuchen — Temperaturen über 45°C und gesperrte Straßen.
Welche Küste hat die besseren Drohnen-Spots?
Eindeutig die Westküste. Weniger Nationalpark-Einschränkungen, weniger Menschen (niemand beschwert sich), und die Landschaften — rote Erde gegen türkises Meer — sehen aus der Luft unfassbar aus. Die Pinnacles Desert und Shark Bay sind Drohnen-Paradiese.
