Spanien Teil 2 – Andalusien, Granada & die Strände der Costa del Sol
Andalusien – der Süden Spaniens – war der emotionale Höhepunkt unserer Spanien-Etappe. Die Mischung aus maurischer Architektur, Flamenco-Kultur, weißen Bergdörfern und der wilden Atlantikküste macht Andalusien zu einer der vielfältigsten Regionen Europas. In diesem Andalusien Reisebericht teile ich unsere Route, die schönsten Orte und praktische Tipps.
Granada & die Alhambra – Maurisches Meisterwerk
Die Alhambra in Granada ist das beeindruckendste Bauwerk, das ich in Europa gesehen habe – und ich habe viele gesehen. Die Detailverliebtheit der islamischen Ornamente, die Wasserspiele der Generalife-Gärten und der Blick über Granada zur Sierra Nevada sind überwältigend. Wichtig: Tickets MÜSSEN Wochen im Voraus online gebucht werden. Vor Ort ausverkauft = keine Chance.
Das Albaicín-Viertel (UNESCO) mit seinen weißen Gassen und Aussichtspunkten ist bei Sonnenuntergang magisch – wenn die Alhambra vor der schneebedeckten Sierra Nevada golden leuchtet. Der Mirador de San Nicolás ist DER Sunset-Spot, aber erwartet keine Einsamkeit: dort stehen 200 andere Touristen.
Sevilla, Córdoba & die weißen Dörfer
Sevilla ist die leidenschaftlichste Stadt Spaniens: Flamenco in den Bars des Triana-Viertels, Tapas für 2-3 € pro Portion, die Giralda-Kathedrale und der Alcázar-Palast (Game of Thrones Drehort!). Córdoba beeindruckt mit der Mezquita – einer Moschee in einer Kathedrale in einer Moschee, ein architektonisches Paradox, das man sehen muss um es zu verstehen.
Die Pueblos Blancos (Weiße Dörfer) in den Bergen zwischen Ronda und Cádiz sind Andalusien pur: weiß gekalkte Häuser, enge Gassen, Blumentöpfe an jeder Ecke. Ronda mit seiner spektakulären Brücke über die 100m tiefe Schlucht ist der Höhepunkt – und ein fantastisches Drohnenmotiv.
Costa de la Luz – Andalusiens wilde Atlantikküste
Die Costa de la Luz zwischen Cádiz und Tarifa ist das bestgehütete Geheimnis Andalusiens: endlose, goldene Sandstrände, konstanter Wind zum Kitesurfen, und eine Atmosphäre, die Lichtjahre entfernt ist von den Bettenburgen der Costa del Sol. Tarifa ist der südlichste Punkt des europäischen Festlands und die Kitesurf-Hauptstadt Europas – an klaren Tagen siehst du Afrika am Horizont.
Für Camper: Die Costa de la Luz ist eines der letzten Paradiese für Van Life in Südeuropa. Abseits der Hauptstrände gibt es noch tolerierte Stellplätze direkt am Meer. Wie lange das noch so bleibt, ist fraglich – also nutzt es, solange es geht.
FAQ – Andalusien Reise
Was muss man in Andalusien gesehen haben?
Die Alhambra in Granada (Tickets vorbuchen!), Sevilla (Alcázar + Flamenco), Córdoba (Mezquita), Ronda (Brücke) und die Costa de la Luz.
Wie viele Tage braucht man für Andalusien?
Minimum 7 Tage für Granada + Sevilla + Córdoba + Küste. Ideal: 10-14 Tage für ein entspanntes Erlebnis inklusive Weißer Dörfer.
Wann ist die beste Reisezeit für Andalusien?
März-Mai und September-Oktober. Im Hochsommer (Juli/August) wird es unerträglich heiß (40°C+ in Sevilla/Córdoba).
Von Andalusien ging es weiter nach Portugal. Zurück: Spanien Mittelmeer | Van Life Übersicht | Zusammenarbeit
Durch die Desierto de Tabernas (die einzige Wüste Europas) und vorbei am Sierra Nevada (Spaniens höchstes Gebirge) ging es nun bis zum Francisco Abellán Reservoir – ein wunderschöner blauer See, inmitten der Berge. Wieder einmal hatten wir Glück und standen direkt mit Blick auf den See. Am nächsten Tag gingen wir sogar noch baden, bevor es dann weiter nach Granada ging. Granada ist eine sehr geschichtsträchtige Stadt – damals Arabisch besetzt (Königreich Granada). Natürlich schauten wir uns hier auch das Alhambra an – eine alte arabische Festung. Auf dem Parkplatz fiel uns dann wieder etwas ins Auge – wir hatten schon wieder einen Steinschlag! Warum auch immer… unser Sprinter zieht die Steine anscheinend magisch an.
Die Nacht verbrachten wir dann wieder an einem Stausee – es ging nämlich wieder an die Küste! ☺️ Hier hatten wir außerdem einen traumhaften Sternenhimmel und eine absolut wolkenfreie Nacht. 😍
Nach einem weiteren kurzen Zwischenstopp in Malaga ging es dann weiter für uns bis nach Gibraltar. Hier parkten wir zum ersten Mal auf einem Campingplatz (direkt am Hafen vor Gibraltar), da es tatsächlich keine freien Stellplätze gibt und gerade Gibraltar für seinen Parkplatzmangel bekannt ist. Nur 10min zu Fuß von dort war auch direkt die Grenze, sodass wir unseren Rucksack schnappten und zu Fuß über die bekannte Landebahn des Airports nach Gibraltar gingen. Dort erkundeten wir zu Fuß die typisch englische Innenstadt (Gibraltar gehört tatsächlich zu England, dementsprechend ist das Pfund auch die Währung) und umrundeten anschließend bei 35 Grad im Schatten den berühmten Affenfelsen inkl. seiner Attraktionen). Zu den Hauptattraktionen gehört natürlich erstmal der einwandfrei Blick auf das Umland, aber auch eine Tropfsteinhöhle, die durch tolle Audio- und Lichteffekte besticht. Zu guter Letzt schauten wir uns noch die alten Bunker im Affenfelsen an, die geschichtsträchtiger kaum sein könnten. 😬👏
Im Gegensatz zu manch anderen waren wir jedoch gut ausgerüstet… kaum oben angekommen wurden wir von spanischen Touristen überrascht, die uns völlig erschöpft um einen Schluck Wasser baten. 😂
Gibraltar war jedoch noch lange nicht unsere letzte Station in Spanien… es ging weiter zu meinem lang erwarteten Kitespot – Tarifa. 😍In den letzten 2 Jahren habe ich in Südafrika und auf Bali schon ein bisschen Kiten gelernt, aber hab es nie wirklich „fertig gelernt“. Hier hatten wir nun genug Zeit und natürlich auch die besten Bedingungen – Tarifa ist nicht umsonst der Top-Spot zum Kiten in Europa. Zeitgleich war witzigerweise auch ein Freund von mir in Tarifa, den ich vor einem Jahr in Südafrika kennengelernt habe – auch beim Kiten! 😁Hals über Kopf (wie immer) entschied ich dann mir eine Kiteausrüstung zu kaufen, was sich in Tarifa auch als sehr bezahlbar herausstellte.
Mit absolutem Halbwissen ging es dann seit über einem Jahr das erste Mal wieder aufs Wasser. Das erste Mal allerdings noch mehr im Wasser als auf dem Wasser… Auch der zweite Tag war alles andere als erfolgreich, denn direkt beim ersten Startversuch ist mein Chicken Loop (Befestigung des Kites) gerissen und ich durfte mich zum ersten Mal mit Kite aus dem Wasser retten – Übung schadet nicht! 😂Nachdem der Chicken Loop im Store ausgetauscht wurde ging es zwei Tage später wieder aufs Wasser und endlich verbrachte ich zum ersten Mal mehr Zeit auf dem Wasser, als im Wasser! 😋
Insgesamt verbrachten wir zwei Wochen in Tarifa und lernten in dieser Zeit viele tolle Leute kennen. In Tarifa kann man wunderbar direkt am Strand stehen in großer Gesellschaft (dutzende Camper säumen den Strandparkplatz). Außerdem ist jeden Abend viel los an den zwei Strandbars und zweimal wöchentlich finden auch Partys statt. Aufgrund von Covid jedoch im Moment bloß bis 22 Uhr. Was uns jedoch nicht davon abhielt die Party danach am Camper weiterzuführen, was etwas eskalierte, da es zeitweise locker 100 Leute um unsere Camper herum waren und die Party erst am nächsten Morgen um 6 von der Polizei aufgelöst wurde. 😂🥳
Irgendwann war es dann an der Zeit Tarifa hinter uns zu lassen und Richtung Portugal aufzubrechen. Nach einem kurzen Halt in Cadiz hieß der nächste längere Zwischenstopp Sevilla, wo wir die Innenstadt erkundeten und unsere eigene kleine Geburtstagsparty für Janet im Camper feierten. 🎉☺️ Von dort aus ging es dann nach Portugal weiter – vorbei an einer weiteren komplett offenen Grenzstation. 😁






























